Roadtrip – Woche 2 – Karratha -> Broom

Bis heute sind wir immer schoen an der Kueste entlang geduest (wobei sich Duesen auf etwa 110 KM/H beschraenkt), das Wasser war nie weiter als ein paar Kilometerchen entfernt. Doch jetzt geht es endlich in das richtige Outback, ab ins Innere von Australien, ab in den ersten richtigen und grossen Nationalpark namens Karinjini. Vorher musste jedoch noch eine grosse Huerde ueberwunden werden: knapp 200 Kilometer auf unbefestigter Strasse, roter Sand, viele viele Spur- und Querrillen, die den Van vom ersten Kilometer an zum Klappern gebracht haben. Und mit Klappern meine ich nicht etwa ein ab und zu … nein, mit Klappern meine ich ein kontinuierliches Klappern aller loser und angeblich fester Bauteile des Vans inklusive Geschirr und Besteck … und Zaehne. Ein Klappern, das jegliche Kommunikation unmoeglich machte. Meine Aufgabe war es, ich war an der Reihe, den Van inklusive uns heile durch das scheinbar unendliche staubige Rot zu bringen. Mit einem Stundenmittel, das nur selten die 30 ueberschritt. Koennt ihr euch ja vorstellen wie lange eine Reise von ueber 200 Kilometern bei dieser enormen Geschwindigkeit dauert. Heiss war es nebenbei bemerkt auch noch. Wie eigentlich immer seit Beginn unseres Roadtrips. Selten faellt das Quecksilber unter die 30 Grad Marke. Was auch gut so ist, wenn man die Fenster im Van oeffnen kann. Auf staubigen Ruettelstrassen mit gelegentlichem staubaufwirbelndem Gegenverkehr ist dies leider nicht immer moeglich. Hehe, versteht mich nicht falsch, ich habe diesen Tag echt genossen, das ist kein Meckern, nur ein kleines Aufmerksammachen, was fuer einen immens harten Job ich an diesem Tag doch hatte ;-)))))

 

Irgendwann war dann das Ende der Gravelroad erreicht und ploetzlich war alles ganz anders. Ein neues Geraeusch ersetzt das Klappern, oder besser, kein Geraeusch ersetzt das Klappern. Absolute Stille. Alles ruhig, fuer einen klitze kleinen Moment, dann setzt das allseits bekannte Frauengeklapper…aeeeh –Geplapper wieder ein und die himmlische Ruhe ist dahin ;)

 
 
SDC12946Mehrere Kilometer lang sind diese Zuege mitten durch die Mitte Australiens, es nimmt und nimmt kein Ende. Auch nicht das Gebimmel der Schranke.
SDC12941Um einen kleinen Eindruck zu bekommen. Wenn die Schranken gerade vor einem runter gehen ist ein wenig Geduld gefragt.
 

Spaet am Abend haben wir dann den Nationalpark erreicht. Leider etwas zu spaet, der Campingplatz war ausgebucht. Aber auch nicht so schlimm, wir mussten nur weitere 10 Kilometer, wieder auf Gravelroad, fahren und konnten uns dort ausserhalb des Parkes ein kostenloses Plaetzchen inmitten der wunderschoenen Natur suchen. Ganz fuer uns allein. Kein Mensch im Umkreis von mindestens 10 Kilometern. Natur pur. Auch kein Licht in diesem Umkreis. Perfekt. So waren es nur wir, unser Durst und Hunger und ca. 20053829092838493 Sterne am Himmel. Wow, das war genau das, was ich mir unter diesem Roadtrip vorgestellt habe…

Am naechsten Morgen ging es dann aber gleich schon wieder zum Campingplatz, Platz reservieren und ab in die vielen „Gorge“, die der Park zu bieten hat. Dabei handelt es sich um massive rote Felsen, die ein meist wunderschoen gruenes Tal einschliessen, in welchem man auch den ein oder anderen Naturpool zum Baden finden kann. Was wir dann auch ausschliesslich genossen haben. Viel zu schnell gingen diese beiden Tage im Karinjini vorbei. Ich haette hier gut und gerne mehr als eine Woche verbringen koennen. All die Gorge und Wasserfaelle erwandern, ausschweifendes Baden in den natuerlichen Pools, einfach nur Geniessen und die Zeit mal Zeit sein lassen. Aber unser strikter Zeitplan liess leider keine andere Moeglichkeit als uns zu verabschieden und ueber „Port Headland“ nach „Broom“ zu gelangen.

 

SDC12954Nur wir und die Natur.
SDC12965“Weano Gorge” – unser erstes Ziel im Karinjini.
SDC12977Nachdem stunden- oder tagelang nur Wiese mit ein paar vereinzelten Baeumen oder Straeuchern zu sehen waren ist diese Veraenderung schon atemberaubend.
SDC12983_panoEin wenig verzerrt, aber dennoch gut erkennbar was es sein soll.
SDC12995Dann ging es ab in den Gorge zur Besichtigung – ein wenig Bewegung tut nach stundenlangem Autofahren schliesslich auch ganz gut.
SDC13009Trotz meiner beachtlichen 181cm doch recht klein ;)
SDC13012Wer hier nicht “badegeil” wird und reinhuepft ist selber Schuld.
SDC13033Ein wenig Action beim “abseiling”.
SDC13038Schon erstaunlich wie eng, schmal, hoch, steinig, rot und waessrig hier alles ist.
SDC13060Ich haette hier stundenlang weiter wandern, klettern koennen (uebrigens, Jungs: hier habe ich nahezu zum zweiten mal ein kleines Ungeschick mit meiner Cam erlebt: nasse Fuesse und rutschige Felsen sind nicht die besten Vorraussetzungen um seine Kamera trocken zu behalten. Irgendwie habe ich es aber haendeln koennen die Kamerahand ueber Wasser zu halten – etliche Schuerfwunden nehme ich dankbar in Kauf).
SDC13065Michelle und Jo auf dem Rueckweg – volle Konzentration ;)
SDC13068Der verdiente Lohn nach einer ausfuehrlichen und schreckhaften Klettertour im Gorge.
SDC13077_pano“Dale Gorge” am anderen Ende des Nationalparks, am anderen Tag.
SDC13086Ein guter Fotograf geht eben so manch gefaehrlicherem Weg – was tut man nicht alles fuer ein gutes Foto und zufrieden gestellte Blogleser ;)
SDC13088_panoWie wunderbar gruen hier ploetzlich alles ist, inmitten der australischen Wueste.
SDC13094_pano“Circular Pool” – ich liebe diesen Gegensatz von Blau, Gruen und Rot.
SDC13101Ebenfalls unten im Tal.
SDC13113Ein kleiner Wasserfall. Unser Problem: in der Wetseason, die uebrigens gerade NICHT stattfindet, sind diese Faelle alle maechtig und gewaltig. Nicht aber in der Trockenzeit. Egal, dafuer haben wir Sonne und schoenes Wetter ;)))
SDC13118Close Up vom Fall des Wassers.
SDC13133_pano“Fern Pools”, ganz fuer mich alleine. Trauuuumhaft!!!
SDC13148Was hier so einfach aussieht, hat mich doch einige viele Versuche gekostet bis das Timing endlich stimmte. Aber es war ja nicht umsonst, jeder Sprung in dieses tolle Wasser war es einfach nur Wert. Und das Endresultatsfoto auch ;)))
SDC13153Suchbild: Wo ist der Stefan? (das passiert uebrigens, wenn man andere Menschen um einen kleinen Fotogefallen bittet ;(
SDC13156Und weil es so schoen ist gleich noch einmal, ich weiss gar nicht wie lange ich hier gesessen habe, geschwommen bin oder einfach nur geguckt habe. Das Leben ist schoen!
SDC13164Sonnenuntergang im Park.
SDC13170Kaum haben wir den Nationalpark verlassen war wieder alles beim alten: rot und wuestig. Dieser bunte Genosse jedoch hat ein wenig mehr Farbe ins Spiel gebracht.
SDC13177Die erste Nacht in Broom und gleich so einen Empfang. Es sollte noch besser werden…
SDC13182“Cable Beach”, einer der schoensten Straende Australiens.
 

Kaum zu glauben, aber es sind jetzt schon 2 Wochen in diesem Roadtrip. Ich mag gar nicht daran denken, dass nach der naechsten Woche schon wieder alles vorbei sein soll…

Aber bis dahin wird genossen.

Bye bye,
Euer Aussie-Stefan

 


 



2 responses to “Roadtrip – Woche 2 – Karratha -> Broom”

  1. Jenny says:

    Sei froh, dass es in Australien noch keinen Tarzan gibt, denn sonst hätte er jetzt sehr große Konkurrenz bekommen:O) Die Bilder (und auch der text *gg*) sind mal wieder der Hammer !!!

  2. Sören says:

    Ich brauche da nicht viel schreiben.
    Einfach nur hammergeile Bilder, die so viel Lust auf reisen machen.
    Einfach klasse.
    Gute Kamera und vor allem auch guter Fotograf!!!!

    gruß Sören

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