Roadtrip – Suedinsel – Westkueste

Nach dem wunderbaren Abel Tasman Nationalpark ging es am Montag entlang der Westkueste in Richtung Alpen. Jaaaa, Neuseeland hat auch Alpen. Und dabei handelt es sich nicht nur um hohe Berge mit Schnee auf dem Kopf, sondern sie heissen wirklich und tatsaechlich so. Viele hohe Berge – ueber 20 davon sind ueber 3000 Meter hoch. Wenn man sie sieht. Allerdings sollte Lukas leider recht behalten. Und der Hollaender vom Blenheimer Campingplatz auch. Und ebenfalls die vielen Reisefuehrer die wir staendig durchwaelzen. Die Westkueste ist nebelig. Eine grosse graue Nebelfront begruesste uns kaum dass wir die Kueste erreicht hatten und liess uns auch fuer den restlichen Tag nicht wieder los. Wie eine kleine nervige Zecke blieb sie an uns haften und verfolgte uns in jede noch so abgelegene Ecke.

Nach einer recht langen Fahrt (mittlerweile hatte Jana das Steuer uebernommen weil die Jungs sich schoen skatspielend durch die neuseelaendische Landschaft kutschieren lassen wollten) mussten wir, obwohl total ins Spiel vertieft, den Maedels doch die Navigation wieder abnehmen, da sie soeben am wichtigsten Punkt des Tages quatschend vorbeigerauscht waren. Der „Truman Track“ wurde uns von Lukas waermstens empfohlen und hielt auch allen hohen Erwartungen stand. Locker. Vorher jedoch gab es eine sehr enge und strittige Abstimmung: „Sehen wir hier gerade vor uns unseren ersten Kiwi live und in Farbe und in freier Wildbahn???“ Die Abstimmung endete 3:2 fuer ja. Er sah von der Form her aus wie einer, von der Farbe auch. Er bewegte sich angeblich wie einer. Hatte keine Fluegel. Irgendwie sah er halt so aus. Dagegen sprach, dass Kiwis nachtaktiv sind (unser rannte quickfidel am heller lichten Tage vor unseren Fuessen herum) und ausserdem sehr menschenscheu (unser moechtegern Kiwi kam immer naeher und frass die Brotstuecken fast aus der Hand). Mh, schon merkwuerdig. Ausserdem war der Schnabel sehr kurz geraten. Am Ende kam heraus, dass es sich um irgendeine Art Henne gehandelt hat und Soeren und Martin im Recht blieben. Die fast schon eingebuergerten Stefan, Jana und Steffi lagen somit falsch und gestehen hiermit auch ihren Fehler ein.

 

Fake Kiwi BirdDas ist es nun – das ominoese Kiwihuhn.
 

Nach dieser wichtigen Erkenntnis konnte es nun endlich auf den 10 minuetigen Truman Track gehen. Und am Ende dessen erwartete uns der bisher mit Abstand atemberaubendste Strand. Eine Bucht umgeben von hohen Felsen. Schwer zu beschreiben. Verschiedene Gesteinsschichten, verschiedene Farben. Die Wellen waren einfach nur gewaltig. Er war verlassen (zu mindestens zum Zeitpunkt des Betretens) und der Sand bestand aus millionen kleinster kugelrunder Steinleinchen (wirklich sehr angenehm auf der Haut). Ich liess es mir auch nicht nehmen den Strand als erster zu betreten und meine Freude lautstark direkt den Wellen entgegen zu schreien…“Ahhhhhhhh, wie geil, ganz fuer uns alleine…“. Super schoen. Fast von alleine zog das Wasser mich magisch an und meine Klamotten aus. Gut, dass man in Neuseeland immer mal in Badehose unterwegs ist ;) Und flatschhhhh, ging es in die Wellen. Und flatschhhh haben sie mich umgerissen und zurueck zum Strand geschleudert. Und ganz nebenbei noch meinen Ruecken mit diesen kleinen Steinchen massiert. Da ich keinen von meinen Leuten zum Mitmachen ueberreden konnte hatte ich die Massage ganz fuer mich alleine. Und immer wieder ueberrollten mich die Wellen…man ist einfach nur soooo klein gegenueber der Natur. Gerne waeren wir noch laenger geblieben, aber wir hatten noch einen langen Weg vor uns und die Zeit war schon beachtlich weit fortgeschritten (die doofe Hennenabstimmung hatte einiges an Zeit gekostet ;)

 

IMG_5906MEIN!
IMG_5909Grosse Wellen, kleiner Stefan.
IMG_5928So ein schoener Strand…und fast vorbei gefahren.
IMG_5931Und jetzt ratet mal wer der mutige war und sich in die brechenden Wellen gestuerzt hat ;)
 

Keine fuenf Minuten spaeter waren dann die Maedels mal aufmerksamer und fanden ganz von alleine unser naechstes Highlight (hoffentlich kommt hier keine Ueberheblichkeit gegenueber dem schwaechere Geschlecht herueber – aber echt mal…quatsch quatsch quatsch…laberpalaber…Handtaschen hier und dort und schwupps waeren sie ohne mir nichts dir nichts am tollsten Strand Neuseelands vorbeigefahren): Punakaiki – die Pancake Rocks. Diese heissen, wie koennte es auch anders sein, deswegen Pancakerocks, weil sie eben wie Pancakes aussehende Steine sind. Ha, toll wa? Viele grosse Felsen, die aus noch mehr flachen Platten uebereinandergestapelt bestehen. Dahinter der weite Ozean, der mit voller Kraft gegen die Felsen arbeitet und immer groesser werdende Hoehlen schafft. Wieder ein toller Kuestenabschnitt. Auch hier stoert der boese Nebel nicht wirklich…er macht die ganze Ansicht nur geheimnisvoller…gespenstischer…mystischer.

Es ist schon toll was die Natur im Laufe der Zeit alles schaffen kann. Vor millionen von Jahren sind Kleingetiere und Sedimente herabgesunken, fest geworden, unter Druck zusammen gepresst wurden um dann irgendwann und viel spaeter wieder aufzusteigen und als Pfannkuchensteinen den Menschen zu gefallen. Und wiederum in vielen vielen Jahren haben die Wellen alles weggespuelt und von dem einst so wunderbarem Anblick ist nichts mehr zu sehen. Was sind schon 14090293 Jahre fuer die Natur?

 

Pancake RocksAlles unterspuelt. Gut, dass wir noch einmal hier waren. Wer weiss wie lange die Felsen noch so stehen bleiben.
Pancake Rocks 2Die Eierkuchenfelsen.
Pancake Rocks 3Wie gesagt – die Natur kennt keine Uhr. Sie kann eben auch Jahr fuer Jahrzehnt fuer Jahrhundert immer und immer wieder das gleiche machen ohne muede zu werden.
 

Spaet am Abend sind wir dann am Zielort in Franz Josef angekommen.

 


 


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