Roadtrip – Suedinsel – Blenheim

Mit kiwihafter Puenktlichkeit (ungleich deutscher Puenktlichkeit) ging es dann auf der Kaitaki Richtung Suedinsel. Dabei handelt es sich um eine grosse Autofaehre, wie ich sie bereits von Calais-Dover her kenne. Mit dem Auto ankommen, in einer Reihe einreihen und schwupps wird man schon vom grossen Schlund der Faehre gefressen. Keine Ahnung wie viele Autos auf ihr Platz finden. Eine Menge sind es jedenfalls. Ein leichter Nebel, viel Wind und ein paar Troepfchen feuchtes Feucht machten das Sonnendeck waehrend der Ueberfahrt dann doch nicht so interessant. Viel mehr hingen im Cafè des Schiffes fuenf Koepfe auf den Tischen und holten dringend benoetigten Schlaf nach. Das schlechte Wetter war weiterhin verantwortlich dafuer, dass vom wunderschoenen und ueberall in den hoechsten Toenen gelobten Marlborough Sounds nicht viel zu sehen war. Nur ein paar nebelverhangene Berge; das war leider schon alles.

 
 
DSC00412Unsere Faehre…gleich hat sie uns.

DSC00428Waehrend der Ueberfahrt leider nicht viel zu sehen von den wunderschoenen Marlborough Sounds ;(

 

Nach ca. 3 ½ Stunden Fahrt sind wir dann in Picton auf der suedlichen Insel von Neuseeland wieder an Land gegangen. Noch immer verregnet – toller Empfang. Echt mal, Neuseeland. Biste deinem Namen (Land der langen weissen Wolke) wieder einmal voellig zu Recht gerecht geworden. Nur das weiss mehr grau und Wolke (kann ja auch positive Seiten haben) mehr Regenwolke war. Oder auch Nervwolke. Denn Regen hat uns an diesem Tag und mit unserem straffen Zeitplan ueberhaupt nicht in eben diesen gepasst. Denn eigentlich war fuer den Rest des Tages eine witzige Fahrradtour durch die Weingebiete dieser Gegend geplant (eines der groessten Neuseelands) inklusive viiiiieler kostenfreier Weinverkostungen. Hatten wir uns so schoen ueberlegt. Und wollten wir so schoen den anderen (nein, nicht DIE Anderen – alle LOSTies wissen wovon ich rede, die anderen = Hannah, Lukas und Alex) nachmachen, bei denen es vorzueglich geklappt hatte (ueber vorzueglich laesst sich wahrscheinlich auch streiten – aus 9 geplanten Weinverkoestigungen sind dann aus Beschwippstheitsgruenden nur 6 geworden ;). Aber neeeee, Regen. Ok, kurz umdisponiert und ab in den naechsten Supermarkt. Dort haben sich die Jungs dann bestens vor dem riesen Weinregal von einem Profi beraten lassen (deutsche Maenner kennen sich halt nur mit Bier aus) und uns nach reichlicher Ueberlegung einen BMW-, einen Golf- und einen Tatawein geholt. Und knapp 2 Kilogramm rohes Fleisch. Macht pro Person satte 600 Gramm. Sollte nun wirklich ausreichen.

 

IMG_5740Da ist das Ding!

 

Ein lustiges Barbecue war das Resultat. Die Weinnprobe wurde etwas abgeaendert und lief dann wie folgt ab: Martin, ueberzeugter Nichtalkoholiker, konnte man getrost als neutralen Schiedsrichter agieren lassen. Er fuellte die 3 verschiedenen Weine in 3 verschiedene Glaeser, jeweils fuer mich und Soeren. Unsere Aufgabe war es dann, mit unseren bestens ausgepraegten Weinkenntnissen diese unmarkierten Glaeser den richtigen Weinsorten zuzuordnen. Mit einem Wein waren wir uns beide ganz schnell einig. Der eine, der schlechteste, der herbste, der schrecklichste und zugleich trockenste und ekelhafteste war schnell gefunden: das muss der billigste gewesen sein, dachten wir uns beide. Aeeeeep, weit gefehlt – es war der teuerste. Ging ja schon mal gut los. Und besser wurde es auch nicht mehr. Wir lagen leider bei allen drei daneben, ein eigentlich zu erwartendes Ergebnis, fuer mich zu mindestens. Ich habe einfach keine Ahnung von Weinen. Mit Mueh und Not kann ich noch einen Trockenen von einem Lieblichen unterscheiden. Mit Halbtrocken wird es dann schon ganz verzwickt. Ein witziger und lehrreicher Abend ;)

 

IMG_5743Der Weinkenner beim Schnueffeltest.

IMG_5744Das Endresultat: Alle drei Weine falsch eingeschaetzt – dafuer aber die Steaks bestens vom Meistergriller zubereitet.

 

Fazit: Je trockener, ausduerrender, schlechter, herber ein Wein schmeckt, desto besser und teurer ist er auch. Klingt komisch, ist aber so. Basta!

 

Au weiaahhh. Hab ich doch fast den Phil unter den Tisch gekehrt. Denn der Phil ist verantwortlich fuer die naechsten vier Tage (nach Abel Tasmen) abseits der Zivilisation. Abseits aller doofen Touris (ist ja nicht so, dass wir nicht zu dieser seltenen Gattung zaehlen, aaaaaaaaber – sie nerven echt schon manchmal). Abseits der normalen Wanderwege (off the beaten tracks). Und dabei hat unsere Bekanntschaft mit dem lieben Phil ganz witzig angefangen. Denn die doofen arroganten Deutschen haben sich einfach so hinter seinem Ruecken ueber ihn lustig gemacht. Phil war als Gaertner oder Hausmeister fuer alles bei unserem Holiday Park in Blenheim fuer das Giesen irgendwelcher Blumen oder Pflanzen verantwortlich. Doof nur, dachten wir uns, dass es zu diesem Zeitpunkt gerade geregnet hat („wieso giesst man denn Blumen wenn es regnet“). Also sind wir hin zu ihm und haben ihn gefragt. Mit seinem Insiderwissen ueber Pflanzen hat er uns schnell eines Besseren belehrt – Pflanzen, die viel Wasser brauchen, muessen naemlich ebenfalls bei Regen, sollte es sich bei diesem nicht gerade um Monsunregen handeln, gegossen werden. Zack, waren wir sprachlos und Phil hatte unseren Respekt verdient ;) Naja, ganz so sprachlos waren wir dann doch nicht und so sassen wir wenig spaeter alle gemeinsam am Tisch und er zeigte uns viiiiele unbekannte Wanderwege im Westen der Suedinsel. Eine tolle uralte (so riecht sie zumindestens – kennt man ja, dieses nach Alt riechen) Wanderkarte hat er uns dann auch noch geschenkt. Nur bei unserem kleinen Weinkontest wollte er nicht mitmachen. Er musste weiter die Blumen giessen… ;)

 

Trotzdem: Hoch lebe der Phil!!!

 


 



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