Roadtrip – Suedinsel – Abel Tasman Nationalpark

Nach einer Nacht in Motueka ging es in aller Frueh nach Marahau zum Startpunkt unserer dreitaegigen Kajaktour. Das Wetter war perfekt. Nun sollte es nur noch so schnell wie moeglich auf unseren 5 Singlekajaks, die wir im Voraus gebucht hatten, hinaus auf die See und entlang des wunderschoenen Nationalparks gehen. Aaaaber, wie immer kommt dann doch noch was dazwischen. Wie zum Beispiel die nervenden Fragen der Guides wie erfahren wir denn eigentlich sind. „Aehm, naja, haben das alle schon mal gemacht. Im Urlaub halt. Also einmal im Jahr…reicht das???“ „Nun ja, wir dachten da eher an einmal pro Woche. Koennt ihr denn die Eskimorolle???“ „Ist das denn Vorraussetzung fuer das Fahren eines Singlekajaks???“ Naja, so ging das noch ein wenig hin und her mit dem Ergebnis, dass wir absolut zu unausgebildet zu sein schienen um alle ein eigenes Kajak zu bekommen. Also gab es 2x ein Doppelboot und ein Einzelboot.

 

Ich, der bereits durch das harte Trainingslager des “Mad Butcher” ging, hatte die Ehre das Einzelboot als erster fahren zu duerfen. Aber soweit waren wir noch lange nicht. Und so erzaehlte die liebe Dawn (unser Einfuehrungsguide) und erzaehlte und bemuehte sich uns ungeduldigen irgendetwas von gefaehrlichen Nordwestwinden zu erzaehlen. Ist schwierig sich an alles zu erinnern. Fuer uns standen mehr die Fackeln, die Supersoaccer (der eigentliche Zweck sollte wohl irgendwie die Wasserentsorgung aus einem eventuell vollgelaufenen Boot sein – kann aber auch sehr gut, und wurde von uns auch ausfuehrlichst und nur dazu genutzt, zum Wasserkampf Boot gegen Boot verwendet werden) und allgemein sinnlose und doofe Fragen im Vordergrund. Nach knapp 2 ½ Stunden ging es dann endlich ab ins Wasser. Noch schnell ein paar kurze Einfuehrungen in spezielle Techniken (Lenken, Einsteigen im Wasser, Paddeln (natuerlich ;)) und schon (!!!) ging es endlich los. Wir waren fuer uns allein. Naja, nicht ganz. Uebers Wochenende hatten dann doch einige Leute mehr als nur wir die fabelhafte Idee in Neuseelands schoenstem Kajakgebiet ihre Entspannung zu suchen. Aber Dawn waren wir schon einmal los.

 
 
DSC00442Keine Angst – ist nur vorgespieltes Interesse. Das was ihm wirklich gut liegt sind die vielen und sinnlosen Zwischenfragen ;))
DSC00439In diesen wunderbaren Spritzwasserroecken sehen selbst die Jungs zum Anbeissen aus…
 

Als erstes ging es zum „Split Apple Rock“. Ein Fels, der, wie es eben der Name schon vermuten laesst, wie ein gespaltener Apfel aussieht.

 
DSC00476Geniessen im Spalt des Apfels.
Split Apple RockDSC00520Das ist er also…in seiner ganzen Pracht.
DSC00530Und noch einmal von weiter weg…aber eins bleibt: Apfel ist Apfle, egal ob nah oder fern.
DSC00540Die Jungs beim Spielen…man sollte ihnen diesen Freiraum lassen.
 

Danach ging es an diversen kleineren Inseln und halbwegs verlassenen Straenden inklusive Mittagessen vorbei.

 
 
Strand_BaumHaet ich ein Boot wuerd ich auch hier anlegen.
DSC00584Ein bisschen Robinsonfeeling kommt da schon auf.
StrandEiner der vielen verlassenen Straende, den man nur per Kajak erreicht. Mit viel Glueck fanden wir dieses Paradies unberuehrt von den anderen Booten.
Able Tasman BeachAuch nicht sooo uebel…
 

Bis die „Mad Mile“ kam. Und diese hatte es an diesem Tag wirklich in sich. Sie war richtig richtig mad. Wind, Wellen und viel viel Wasser, die sich gegen uns zu einer perfekt eingeschworenen Einheit verbuendet hatten. Man verzweifelt einfach nur wenn man paddelt und paddelt, der Schweiss in Stroemen fliesst, das Salz des Meeres sich auf der Haut ablagert und mit dem eigenen mischt, man das Endziel genau vor seinen Augen hat aber keinen Zentimeter naeher kommt. Auch nach fuenf Minuten weiterem Gepaddel kann man noch immer keinen Fortschritt feststellen. Irgendwann, fragt nicht wann, waren wir dann doch drueben. Voellig ausgepowert und am Ende. Fast schon wie bei einer Strandlandung nach einem Schiffsbruch gab es fuer den heiligen Sand ein kurzes Kuesschen ehe das Zelt an UNSEREM Strand direkt vor dem Wasser aufgebaut wurde.

 
 
DSC00612Dankeskuesschen an Mutter Erde – sie hatte uns wieder. Der Willkuer der Wellen mit viel Schweiss entkommen.
 
 

Ein kurzes Bad im kuelhen Nass, Abendbrot direkt am Strand und noch ein wenig Pantomimespielchen und schon sind wir alle fix und fertig in unsere doch recht harten „Betten“ gefallen. So schoen Strand am Tag auch sein mag, zum Schlafen ohne Isomatte ist er fuer unsere verwoehnten europaeischen Rosshaarmatratzenruecken nicht nur unwesentlich zu hart. Aber das passt schon. Man moechte im Paradies ja nicht noch anfangen zu meckern. Leider blieben wir nicht ganz alleine an UNSEREM Strand, so dass wir diesen mit drei weiteren Kerlen und einem Zelt teilen mussten.

 
 
Able Tasman SunsetWOW!
Able Tasman Sunset 2Leider kein direkter Sonnenuntergang…aber geht schon mal ;)
 
 

Am Morgen stellten wir dann erschrocken fest, dass unsere zum kuehlen ins eiskalte Flussbett gelegt Milch nur noch zur Haelfte vorhanden war. Nachdem der Verdacht schon fast auf die Eindringlinge gefallen war, fanden wir die zweiten 2 Liter gute 10 Meter entfernt im Landesinneren. Die Flut- und Ebbegeschichte hatte den Standpunkt wohl etwas durcheinander gebracht. Gut gelaunt, da wieder Bombenwetter, ging es in den zweiten Tag.

 
 
Abel Tasman CreaturesEin bisschen Morgengymnastik muss schon sein.
 

Auf einer kleinen Insel gab es schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf Seerobben, die wir spaeter noch zu Hauf sehen sollten. Aber diese waren in der heissen Mittagssonne doch eher langweilig. Kaum sichtbar und wenn, dann nur am rumlungern. Gibt spannenderes ;)

Den ganzen Tag sind wir an der Kueste entlange gefahren und haben einen schoenen Strand nach dem anderen gesehen. Eigentlich war noch eine kleine Fahrt auf einem Fluss ins Landesinnere geplant gewesen. Aber die einsetzende Ebbe hatte uns dabei einen Strich durch die Rechnung gemacht. Gegen Abend sind wir dann an unserem naechsten Nachtquartier angekommen. Da nur Martin und ich noch genuegend motiviert waren ein paar weitere Robben zu sehen sind wir beide zu „Tonga Island“ gefahren. Und sollten es auch nicht bereuen. So viele verspielte Robben auf einem Fleck habe ich noch nie gesehen. Und diesmal ganz und gar nicht gelangweilt. Sie schwammen und quieckten und kletterten und posierten fuer die Kamera…genial. Dann schwammen sie auf uns zu und unter unserem Boot hinweg. Durch das kristallklare Wasser konnte man sie vorbei zischen sehen. Wie kleine Torpedos ballerten sie durchs Wasser. Eine kleine verspielte und neugierige Robbe kam dann sehr vorsichtig auf unser Boot zu, stupste es kurz mit der Nase an und fluechtete sofort wieder in ihre sichere Umgebung. Es war einfach nur sehr sehr interessant ohne Zeitstress und mit untergehender Sonne im Ruecken die Robben bei ihrem Treiben in aller Ruhe beobachten zu koennen. Das hat sich absolut gelohnt. Auch unter dem Aspekt, dass, als wir wieder zu unserem Strand zurueckkamen, Soeren unser Zelt schon alleine aufgebaut hatte ;)

 
 
DSC00655Martin hatte mit seinen 1.93 Metern Koerperhoehe schon arg mit den schmalen Kajaks zu kaempfen. Ab und an mussten dann die strammen Waden mal wieder entkrampft werden ;)
DSC00723Das ist schon eher fuer die Kamera posieren. Bitte mehr davon: “Ja, Robbe, komm, gib alles! Un jetz streck dich ma, un guck in die Kamera…nicht so verkrampft…schoen locker bleiben. Ja…gut, machst du das! Vertrau mir, ich bring dich ganz gross raus. Ja…perfekt!”
DSC00730Langsame Annaeherung…
DSC00733…bis fast zum ersten Kontakt. Leider blieb es beim schuechternen Nasenstupser.
GermanyEinen unserer einsamen Straende, in diesem Fall wohl eher Sandbank (dafuer aber ganz fuer uns alleine…haha), haben wir dann gleich mal einkolonialisiert. Wer Bedarf an Bauland hat bitte bei mir melden (Preise variieren allerdings stark – bei Flut schrumpft das Land dann doch schon arg wieder zusammen ;)

 

Sonntag ging es dann zu Fuss zu einem hoehlenartigen System direkt am Wasser. Durch ein paar sehr grosse Loecher im Felsen konnte man einen Innenraum betreten (eher beschwimmen) von welchem man durch all diese Loecher nach Aussen aufs Meer gucken konnte. Wieder toll! Hatte Aehnlichkeiten mit Cathedral Cove auf Coroamandel Island. Danach gings noch einmal, diesmal aber gemeinsam, zur Insel Tonga, wo die Robben allerdings wieder etwas muede aussahen. Sind wohl auch zur Gattung Langschlaefer zu zaehlen. Gegen Mittag kamen wir dann endgueltig an unserem Zielstrand an, wo wir ein paar Stunden spaeter mit dem Wassertaxi wieder abgeholt werden sollten. Ein wenig Zeit blieb aber noch…gluecklicherweise, denn ein grosses Ziel gab es noch zu bestehen: die Eskimorolle. Bei der naechsten Befragung nach unseren Kajakkuensten moechten wir dann ja mit eben dieser protzen koennen. Ein par ungelenke Rollversuche wurden scheinbar von einem aelteren Herren laechelnd beobachtet, so dass er uns anschliessend ein paar Tricks verraten hatte. Diese galt es nun in die Tat umzusetzen. Rolle 1…Boot laesst sich einwandfrei umdrehen, aber nur einmal um die Achse. Bootunterboden ragt nun dem Himmel entgegen, Stefan haengt im Wasser. Rolle 2…ein aehnliches Resultat.

 

Versuch 3 sah dann schon recht gut aus, das Boot dreht sich ins Wasser und auch wieder zurueck, leider haben Soeren und Martin ein wenig nachgeholfen. Beim naechsten Mal habe ich diese Hilfe strickt abgelehnt, was auch gleich mit Unterwasserbleiben und Wassernase bestraft wurde. Aaaaaaber, dann kam der grosse Moment, ein letztes Mal Luft geholt, das Boot gedreht, unter Wasser das Paddel umgefasst und mit viel Schwung mich mitsamt des Bootes wieder zurueck an die Wasseroberflaeche befoerdert. Das wars. Ich bin ein echter Eskimo. Juchheeeeeee! naja, nicht ganz…war wohl keine originale Eskimorolle, sondern viel mehr die “Greenlandroll”. Die ware Kunst der Eskimorolle wird wohl fuer immer ein Geheimnis der Schneebewohner bleiben.

 

Perfekte Groenlandrolle. Nicht so perfekt war die vergessene (und jetzt triefend nasse) Kamera in der Schwimmweste ;(
DSC00777Wer moechte nicht den ersten Blick des Tages so oder aehnlich erleben???
DSC00815Blick aus der Hoehle.

Mit viel Gluecksgefuehlen ging es dann mit dem Speedtaxi zurueck zum Startpunkt unserer Reise. Erst jetzt wird einem so richtig bewusst, wie weit wir ueberhaupt gepaddelt sind. Absolut empfehlenswert. Ich wuerde es sofort wieder machen. Oder in abgewandelter Form einem Fluss entlang (wurde unsch von schwei wascheschten Schtuddgaddern empfohlen). Das ist bestimmt auch noch machbar…in den naechsten Monaten. Aber, zuerst muss nach dem Roadtrip erst einmal wieder Geld verdient werden um die Kamera zu ersetzten. Ich bitte auch um Entschuldigung, dass alle nun nachfolgenden Bilder nicht mehr mit meiner Kamera geschossen werden, sondern unter dem Copyright von Soeren und Martin stehen!

 


 

 



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