Roadtrip – Nordinsel Teil 2

Der zweite Teil der Nordinsel beginnt ganz klassisch stinkend…mit Schwefel ;) Die ganze Ecke um Rotorua ist genau dafuer bekannt – die beruehmten verrotetten Eier. In der ganzen Stadt stinkt es. Ganz besonders da, wo sich die Erde oeffnet und man das dampfende blubbernde Irgendetwas beobachten kann. Und diese angesprochenen Loecher gibt es eben genau hier in Huelle und Fuelle. Wie zum Beispiel in Waitapu. Oder so (man, schon wieder 3 Wochen her ;) mein maorisch ist eben auch nicht mehr das, was es mal war ;)

 
 
SAMSUNG DIGITAL CAMERADas wohl bekannteste Bild des Stinkparkes – im Sommer mit den Jungs, bei Sonne und nicht so viel Mueffelnebel ist mir ein besseres Bild gelungen – aber wollt nicht cheaten ;)
 

Die wichtigste Sache heute, da ich mit den Jungs im letzten Februar leider etwas getroedelt und uninformiert hier anmaschierte – der Ausbruch eines Geysires. Damals kamen wir zu spaet, da auch Mutter Natur ihre festgeschriebenen Zeiten einhalten muss und eben nicht mehrfach am Tag zum Zug kommen kann. Ok, nicht ganz. Mutter Natur stellte sich hierbei als ein recht witziger Mitarbeiter des Parkes heraus, der den Geysir mit etwas Seife fuetterte (regt irgendwelche chemischen Reaktionen an, auf die ich jetzt aus Ruecksicht auf euch nicht weiter eingehen moechte. Ok, kann. Habt ja Recht ;). Nach ein bisschen Vorgeblubber ging es dann nach etwa 5 Minuten so richtig los. Puff. 10-15 Meter macht meist der erste Ausbruch. Danach pendelt sich das Ganze bei rund 7 Metern ein. Etwa eine Stunde muckt der Kleine ein wenig auf, danach ist wieder fuer 23 Stunden Ruhe. Bis er eben auf etwas nicht ganz natuerliche Weise wieder so stark erregt wird und das ganze wieder von vorne beginnt.

 
 
22Endlich waren wir mal puenktlich, um den Ausbruch des Geysires beobachten zu koennen. Blubb Blubb… 
23Und P E N G ! ! !
24Ich und der Geysir. 1.80 gegen 7 Meter. Um den Geysir war eine Art Theater aufgebaut in welchem locker 70 Leute Platz fanden um den Schauspiel beizuwohnen.
 

Nach dem Park ging es zu den benachbarten “Mud Pools”. Ja, Matsch halt. Oder Schlamm. Oder was auch immer. Grau. Und Blubbern tut es auch hier. Schon sehr witzig. Erst scheint alles ruhig und ploetzlich blaeht sich eine dicke Blase auf bis die Oberflaechenspannung zu stark wird und sie ihre Form explosionsartig verliert und wieder im Schlamm verschwindet.

 
 
25Erst ein bissel Geblubber…
26…dann eine schoene runde dicke Blase…
SAMSUNG DIGITAL CAMERA…und letztendlich platzt sie…
28…und wird wieder eins mit ihren Schlammbruedern drum herum.
29Auch diese SchlammBlubberBrueder liessen es sich nicht nehmen, ein natuerliches Schlammbad zu nehmen. Wechselnde Temperaturen von kuehl bis schwitzend warm machten das Bad sehr abwechselnd. Und gesund fuer die Haut. Dem Schwefel sei Dank.
 

Nach Rotorua ging es ueber Tauranga auf die Coromandel Halbinsel. Leider wurde das Wetter wieder mieser. Kuehl und vernebelt. Naja – eigentlich egal, am “Hot Water Beach”. Kann man dem miesepetrigen Wetter ruhig mal grinsend den effenbergischen Finger zeigen. Ha. Diesmal waren wir die ersten. Noch schnell fuer billig einen Spaten ausgeliehen und ab ging es auf den Strand. Ein bisschen mit den sensiblen Fuessen nach waermeren Wasser gesucht – der Temperaturunterschied zum Meerwasser war doch schon recht betraechtlich. Halt, hier ist was! Spaten angesetzt, ein dickes Loch gegraben und festgestellt, dass man in dem auslaufenden Wasser unmoeglich stehen kann. Aaaaaahahhh, wie heiss ist das denn? Gut, dass ab und an ein paar Wellen angerauscht kommen und kaltes Wasser mit sich bringen. Wie immer macht es naemlich die Mische. Kalt und Heiss macht eben Mittel/Lau/Wieauchimmer warm. Und das ist dann angenehm. So angenehm, dass man das eklige Wetter drum herum echt vergessen koennte. Mit der Zeit haben sich dann wieder zahlreiche andere Warmwassergraeber um uns geschart und ihre Spaten zum Einsatz gebracht. So ein witziger Anblick, all die jungen bis sehr alten Menschen und wie sie sich an diesem Naturschauspiel erfreuen koennen. Nach zwei Stunden ging es dann leider schon wieder weiter.

 

30Mutti, wie sie Papa “angraebt” ;)
 

Naechstes Ziel (ja Jungs, Reihenfolge umgekehrt) war die “Cathedral Cove”. Leider nicht ganz so warm wie damals, auch nicht ganz so sonnig, aber dennoch sehr toll anzusehen, wie die Natur einfach nur Zeit ohne Ende zu haben scheint. Nein, nicht scheint…hat. Da sind eben ein paar tausend Jaehrchen einfach gar nichts.

 
 
SAMSUNG DIGITAL CAMERADer wolkige Nachteil von schlechtem Wetter erweisst sich bei den richtigen Lichteinfaellen oft als dramatischer Vorteil.
31aHabe ich nicht zu viel versprochen???
SAMSUNG DIGITAL CAMERADer Kerzenfelsen aus der “Cove” fotografiert.
SAMSUNG DIGITAL CAMERAUnd noch einmal – diesmal mit Spiegelung.
34Da kann man einfach eeewig sitzen bleiben und seinen Gedanken freien Lauf lassen.
SAMSUNG DIGITAL CAMERAAuf dem Rueckweg von der Cove entdeckt: wie durch ein Fensterchen gelunzt ;)
SAMSUNG DIGITAL CAMERAUnser Strand bei der abendlichen Uebernachtung.
 

Nach Coromandel ging es dann direkt nach Auckland, Neuseelands groesster Stadt, in welcher locker ein Viertel aller Kiwis leben. Dieser Fakt ist sooo witzig. Musste ich einfach noch mal erwaehnen ;) Hier blieb allerdings nicht viel Zeit (boese Zungen behaupten ja, dass man fuer Auckland sowieso keine Zeit braeuchte ;) Ausser…natuerlich…fuer MEINEN Tower, auf welchen es dann puenktlich zum Sonnenuntergang auch hinauf ging. Zwar auch schon mal gesehen, aber immer wieder genial und beeindruckend – die Stadt 290 Meter unter einem. Und dann auch noch zum Untergang des roten Balles…

 
 
35bDa geht sie…um sich dann puenktlich zum Sonnenaufgang bei euch auf der anderen Seite des Erdballes wieder zu erheben.
36Eine Millionenstadt wie Ackland schlaeft einfach nie.
37Die “Harbour Bridge”, der Hafen und ich (der dunkle Fleck im Vordergrund ;)
SAMSUNG DIGITAL CAMERAUnd da ist es wieder – ein Bild vom Tower. Diesen Anblick hatte ich tatsaechlich noch nicht. Und schon gar nicht bei diesem Licht ;)
 

Tja…das wars. Zwei Wochen, vierzehn Tage sind wie im Fluge vergangen. Da fliegt man nun wortwoertlich um die halbe Welt, verbringt mehr als einen kompletten Tag nur im Flugzeug, kommt voellig fertig, durschwitzt, muede und hungrig hier an, geht auf viel zu kurze 14 Tage Rundfahrt und tut sich den ganzen Rueckflug wieder von vorne an. Wofuer? Lohnt sich der ganze Aufwand? Das viele Geld? Ich weiss es. Mama und Papa auch. Ihr Grinsen verraet auch die Antwort. Es ist es nunmal absolut Wert. Auch meine Jungs schwaermen noch heute von den vielen Eindruecken. Recht gebe ich allen die sagen, dass sich zwei Wochen nicht lohnen. Sie haben Recht, kann man nicht anders sagen. Auch vier Wochen lohnen sich nicht wirklich um dieses geniale Land mit all seinen Facetten erforschen zu koennen. Ich bin jetzt nahezu 7 Monate hier unten und habe noch laengst nicht alles gesehn. Wie auch. Geht naemlich garnicht. Man glaubt man kennt eine Ecke ziemlich gut, dann dreht man sich einfach nur zweimal und entdeckt ploetzlich wieder etwas ganz neues wunscherschoenes. Das ist Neuseeland. Damit muss man leben. Aaaaaaber, auch wenn es zu kurz ist…man hat wenigstens einen kleinen Eindruck bekommen koennen. Zwei traumhafte Wochen sind nun vorbei. Vieles hatte ich schon gekannt. Dennoch keine Sekunde bereut es noch einmal sehen zu koennen. Es lohnt sich einfach. Und bei verschiedenen Wetter- und Lichtverhaeltnissen sieht soweiso alles noch einmal anders aus. Vieles war komplett neu, was ich ohne diese Fahrt wahrscheinlich nie gesehen haette.

Danke Mama und Papa, dass ihr diese beschwerliche Reise auf euch genommen habt und wir diese fantastischen zwei Wochen miteinander verbringen konnten. Danke Danke Danke.

Ich liebe Euch!

 


 



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