Roadtrip – Nordinsel Teil 1

Ok, ab auf die Nordinsel. Der Tag in Picton begann…nebelig. Wie auch sonst. War ja schliesslich der Schlechtwetterpart. Hab mir das nebelige Treiben im “Queen Charlotte Sound” kurz angeschaut, ehe ich dann sanft in meine fabelhafte und gutwetter Traumwelt uebergegeangen bin. Somit waren die 3 1/2 Stundne Ueberfahrt dann doch nicht sooo lang. In Wellington dann ganz ueberraschend…Nebel. Ach ja, und Regen. Einen Parklplatz in dieser Stadt zu finden ist uebrigens nicht recht einfach. Schon garnicht fuer einen 3.2m hohen Campervan. Das erste angefahrene Parkhaus war dann auch zu flach und haette schnell zu einem kleinen schrottigen Desaster fuehren koennen. Ein mehr als enger privater Parklplatz, der mir alle meine Fahrkuenste abverlangte, war dann doch mehr privat als gedacht – also wieder wenden und den ganzen engen Weg zurueck. Letztendlich wars dann an der gegenueberliegenden Strassenseite doch nicht all zu schwer, gegen Bares, einen netten Platz zu finden. Schnell ab auf den Berg, mit der “Cable Car” natuerlich, den vernebelten und wolkenverhangenen Ausblick genossen, nass geworden ;) und wieder zurueck in die Stadt. Mein erster Doener seit 6 Monaten war das naechste Highlight (war ok, bleibe aber doch lieber bei meinem Side-Grill ;) Das wars auch schon mit der Hauptstadt – haettest uns ja Sonne spendieren koennen, waeren wir sicher gerne auch laenger geblieben. So ging es aber stattdessen Richtung Tongariro.

Bis in die Dunkelheit wurde gefahren bis wir endlich in “National Park Village” ankamen. Alles so vertraut hier. Keine zwei Monate ist es her, dass ich hier mit den Jungs haussiert habe. Ha, kenn ich doch alles. Nur ein Shuttle fuer unseren Tongariro Crossing weiss ich leider nicht zu finden (Shuttle? Der Tongariro Crossing ist kein Loop-Walk. Heisst, er startet am Anfang und endet am Ende, welches geografisch leider nicht kongruent mit dem Anfang ist. Problem, wie komme ich zurueck zum Auto, dass ja noch am Startpunkt steht. Haben diesmal leider keine netten Maedels dabei, die statt Wandern lieber einen Shoppingtag in Taupo verbringen und uns guetigerweise am Abend im Ziel des Walks abholen ;) Also ab zum Shuttleservice. Schlechte Nachricht – teuer. Und eine weiter: “No shuttles for tomorrow. Gonna be bad weather. Heavy rain, strong wind up to 80 kilometers…sorry”. Mh, wieder doof jetzt. Regt mich langsam ganz schoen auf das Wetter. Hatten so eine tolle Ruhte. Und nun faellt nach den Gletschern und der Waltour auch noch das einzige Wandern auf dem wahrscheinlich “besten Tagesmarsch der Welt” sprichwoertlich ins Wasser. Ahhhhhh…koennte heulen. Aber wuerde ja auch nichts bringen, eh schon alles nass. Also lieber ein Bierchen gezuescht und die Daumen gedrueckt.

Naechster Morgen. Blauer Himmel. Sonne. Keine Wolke. Kein N. Kein Regen. Kein Windchen zu spueren. Was ist denn hier los??? Hat die Wetterlotterie wieder voll zugeschlagen. Man kann sich auf Vorraussagen einfach nicht verlassen. Unmoeglich hier in Neuseeland. Aber gut so. Yeah, auf gehts zur Wanderung. Da ich mit den Jungs ja shon unterwegs war wusste ich wie toll es bei diesem Wetter einfach werden muss. Das Shuttleproblem existierte allerdings noch immer. Mh, was tun? Man koennte ja eigentlich…genau…alle wichtigen Punkte der Wanderung liegen in der ersten Haelfte (die Berge, der rote Krater, die Schwefelseen), warum laufen wir nicht zu diesen, schauen uns alles an und wandern dann einfach zum Auto zurueck. Und sparen das Geld fuer ein Shuttle. Ist so viel besser, zumal die letzten 3 Stunden auf der anderen Seite eh nur Bergablaufen auf Stegen beinhaltet. War damals nicht sooo spannend. Ha, Wicky wie ich bin (einziger Unterschied: sie/er reibt die Nase 2-3x mit dem Zeigefinger, ich schnaeuze sie dank deutschen Wintergrippeviren halt 2-3 tausend mal am Tag ;)

 

1Auf der Fahrt zum Tongariro – der skifahrende Kiwi ist auch mit am Start.
 

Die Wanderung hat alles gehalten was ich mir von ihr versprochen habe. Und noch mehr. Tolle Zugaben – und ueber das schlechte Wetter der Vortage verliere ich ab jetzt auch kein boeses Wort mehr. Ganz im Gegenteil: Danke schlechtes Wetter. Danke Regen, dass du so zahlreich im Tongariro Nationalpark gefallen bist. Danke Temperatur, dass du in der Hoehenlage so eisig warst. Danke Physik, dass du es moeglisch machst, dass Wasser ab einem bestimmten Grad seinen fluessigen Agregatzustand in etwas mehr als wundervolles wandelt. In Eis. Schnee. Die Berge der Vulkane weiss gekleidet. VULKANE!!! Heisst, in ihnen prodelt es irgendwo. Es ist heiss. Sau heiss. Und aussen liegt kalter weisser Schnee auf ihnen. Das ist einfach nur wahnsinnig geil. Sorry, aber manchmal kann man seine Begeisterung enfach nicht beherrschen ;)

Zur guten Mittagszeit standen wir dann auf 1968 Meter Hoehe – dem Gipfel des namensgebenden Berges, dessen letzter Ausbruch ganricht so lange her ist. Aber was ist schon lang im Zeitbereich von uralten Steinen? Tooooooooooller Blick, diesmal von der anderen Seite. Vor zwei Monaten noch auf dem Nghauruhoe (oder so aehnlich) gestanden und den Tongariro bestaunt, diesmal auf genau diesem und den Mustervulkan gesehen. Wow, wie schoen. Und der Ruhapehu in seinem weissen Abendkleid direkt neben ihm. Hier koennte man selbst versteinigen und ewig diesen Ausblick geniessen.

Mittag gab es noch im Eis, was nun dank starker warmer Sonne aber zunehmend abnahm (???) ehe es dann wieder zurueck zum Auto ging. Eis gab es unten gar nicht mehr. Nicht mal Ansatzweise. Nach knapp 7 Stunden und irgendwas bei 20 Kilometern war der Britz wieder erreicht. Alle grinsen. alle freuen sich. Danke Wettergott!!!

 

SAMSUNG DIGITAL CAMERAGefrorenes Wasser vor der Wahnsinns Kulisse des Ngauruhoe.
6a“Blue Lakes”, “Red Crater” und “Mount Nghauruhoe”.
SAMSUNG DIGITAL CAMERAEis so weit das Auge reicht, allerdings nur hier oben.
SAMSUNG DIGITAL CAMERADer starke Wind kreiert die bizarrsten Eisformationen.
5Witzig wie das Eis vom Wind verschoben wurde. Quizzfrage: aus welcher Richtung blaest der Wind? ;))
6On Top of Mnt Tongariro. Ngauruhoe und Ruapehu im Hintergrund.
6bDa thront er – der Mustervulkan. Einige Stunden vorher mit noch mehr Schnee am Koepfchen.
7Das haertere Eis machte den Auf- und Abstieg ein wenig einfacher (keine solch Rutschpartie wie mit den Jungs). Papa in gewohnter kurzer Wanderhose ;) Hihi…
 

Danach ging es gut gelaunt nach Taupo, wo es dann auch den hartverdienten Kaffee inklusive Joghurt und Cookies gab. Vor traumhafter Kulisse natuerlich, da die Tongariro Berge noch immer zu sehen waren. Auch der Schwefeldampf, der aus dem Tongariro austritt.

 
 
8Wow – wie viel besser kann es einem eigentlich noch treffen? Mahlzeit ;) – (Rechts das ist uebrigens Lake Taupo, Neuseelands groesster See – und einer der schoensten)
SAMSUNG DIGITAL CAMERAKeine halbe Stunde spaeter folgte auch schon der Sonnenuntergang.
9aFast verpasst, da die Sonne wortwoertlich in den Horizont hinein viel. Im einen Moment noch da…plupps…im naechsten schon nicht mehr. Witzig.
 

Der naechste Morgen begann dann sehr unruhig. Immer und immer wieder die Blicke in den Himmel. Haellt das Wetter auch heute noch? “Bitte bitte…nur noch heute. Biiiiiiiitte”. So waren meine Gedanken. Bei Mutti und Papa eventuell eher invers: “Bitte bitte, lass es regen”…”ich habe doch sonst keine Ausrede mehr ;(“…Ausrede? Fuer was? Haha, das grosse Nervenflattern hat begonnen. Wir sind in Taupo – was macht man hier??? S K Y D I V E N ! ! ! Und wer macht das heute hier? Genau, M A M A und P A P A. Muhhahaha, hab sie tagszuvor eeeendlich nach tagelanger Nerverei dazu ueberreden koennen sie zumindestens einfach mal ganz zwanglos anzumelden. “Kann ja immer noch Regnen”…war ihre Hoffnung. Aber nein – paar Woelkchen vielleicht. Mehr nicht. Kein Regen. Kein Wind. Und das Gute – das Wetter wurde sogar immer besser. Aber zunaechst hiess es warten, da der Flug erst fuer 2 Uhr angesetzt war. So ging es morgens nach dem Verlassen des Holiday Parks zu den “Huka Falls”. Sie fallen zwar nur zwischen 7-10 Meter in die Tiefe, ja, ist jetzt nicht soooo viel, aber ihr ueberirdisches Blau macht da vieles wieder weg. Auch rauscht es ordentlich, da ein ca. 30 Meter breiter Fluss hier durch einen 5 Meter Tunnel geschossen wird.

 
 
10Schoen, das Blau. Und das Rauschen.
 

Anschliessend ging es zu den “Craters of the Moon” – den Mondkratern. Ein kleiner Vorgeschmack auf Rotorua – nicht ganz so stinkig, nicht ganz so heiss und blubberig, aber sehr interessant, wie es scheinbar ueberall aus der Erde dampft.

 
 
SAMSUNG DIGITAL CAMERAEin kurzer Augenblick, in welchem man mal den Hauch einer Chance hatte in diesem Krater auch nur irgendwas zu erkennen.
121Wie gesagt – Dampf scheinbar ueberall.
13Noch ein wenig Zeitvertreib und Ablenkung im Park von Taupo.
SAMSUNG DIGITAL CAMERALake Taupo und im Hintergrund die Tongariro Vulkane (jaja, muss man schon genauer hingucken – live wars besser zu erkennen, ehrlich ;)
SAMSUNG DIGITAL CAMERADer wohl bekannteste Ausblick von Taupo.
 

Dann ging es endlich los. Endlich fuer mich. Freu mich ja schon seit Tagen darauf. Nicht endlich fuer meine Eltern, die nun sichtbar nervoeser wurden. Wie gesagt, das Wetter steht diesmal voll auf meiner Seite. Keine weiteren Ausreden. Es wird gesprungen. Und geflogen. Und wie…

 
 
16Ready for takeoff???
 

Und schon sassen sie im Flugzeug. Papa als letzter rein – schon ahnte er, dass er wohl als erster wieder raus muss. Aus 12000 Fuss. Knappe 4 Kilometer ueber dem Erdboden. Einen Tandempartner auf dem Ruecken, ein bissen Stoff, sonst nichts. Viel Wind um die Backen. 200 Kilometer in der Stunde schnell. Harte Fakten, viel viel Spaß! 20 Minuten spaeter waren sie dann auch wieder sicher und gut gelaunt etwas wackelig am Boden zurueck. Und sie grinsten. Ich bin ja so froh, dass es ihnen gefallen hat. Yeaaahhhh – ich freu mich so fuer euch. Daumen hoch, bin soooo stolz, dass ihr “Alten” das gemacht habt. Allen denen ich es hier erzaehle sind ebenfalls total begeistert, dass ihr gesprungen seit. “Meine Eltern haetten das nicht gemacht…” war die einheitliche Meinung. Meine haben es getan!!!! Danke!!!

 
 
17Wiedervereint in den Armen – am sicheren und festen Boden. Gut seht ihr aus…Lederkoeppe ;)
SAMSUNG DIGITAL CAMERAWieder einmal hart verdienter Kaffee an einem wunderschoenen Plaetzchen. In unserem Hintergrund haben wir nun (ganz entspannt) den anderen beim Skydiven zu geschaut. Massenabfertigung Taupo hat im halbstuendigen Rhythmus die Adrenalinjunkies (zu denen MEINE Eltern nun auch gehoeren ;) in den Himmel und von diesem wieder zurueck zur Erde geschickt.
SAMSUNG DIGITAL CAMERADer Herbst erhaellt Einzug in Neuseeland. Es wird bunt…aber auch kalt.
SAMSUNG DIGITAL CAMERAWitzig dieser gruen-orang-braune Baum.
20bDas war Taupo – sicherlich fuer immer unvergesslich.

 


 



7 responses to “Roadtrip – Nordinsel Teil 1”

  1. Mutti says:

    Kaum sind wir zu Hause,ist der halbe Urlaubsbericht mit tollen Fotos im Blog. Vielen Dank für die tolle Zeit. Du hast uns in 2 Wochen die schönsten Reisewege und Aussichtspunkte gezeigt. Der Urlaub war einfach klasse.Wenn es mit dem Wintersport nicht klappt, dann bewerbe dich als Reiseleiter. Danke, Danke,….für alles- wir haben es genossen. Pass auf dich auf!!!

  2. Sören says:

    Also an dieser Stelle sei mal ganz großer Respekt an Mama & Papa Messing ausgesprochen!!!

    Das ziehen nur wenige Mamas und Papas durch!!! Ich bin ja selber auch dabei, meinen Dad zu diesem Erlebnis zu überzeugen. Mal schaun, er hat ja bald Geburtstag! Dann gibts einen Gutschein,… und wenn er nicht mag :) –>ich kennen jemanden, der das gerne nochmal durchziehen würde ;)

    Bzw. ruf ich einfach mal nach Georgenthal durch und lass meinen Dad verbinden.

    Also dann. Rein hauen

  3. Stefan says:

    hehe, reiseleiter. dann aber nicht fuer die westkueste. habe da so ein bisschen pech an meinen fuessen kleben was das gute wetter angeht ;)

    wuesste uebrigens auch einen der sofort nochmal huepfen wuerde…hoerste, herr waitz ;))

  4. Anonymous says:

    Mensch Alter, das ist schon der Hammer, was Du hier leistest. Lese auf Deiner Seite von Anfang an mit, Deine Mutti hat mir gestern gesagt, Du freust Dich über einen Kommentar, also schreib ich halt einen. Mach weiter so, genieße jeden Tag und komm gesund wieder.
    Jörg Fischer, Boilstädt
    P.S.
    Schöne Grüße von Gabi

  5. Stefan says:

    Hey, herzlich willkommen als treuer Leser. Wusste ich garnicht. Mensch. Toll. Freu mich. Natuerlich freue ich mich ueber Kommentare. Wer tut das nicht. Darf auch gerne kritisch sein (aber bitte nicht zu viel ;)

    Wie kommts denn, dass du mit Mami gesprochen hast? Mal wieder im wunderschoenen Gurkenthal gewesen?

  6. Anonymous says:

    Ja, zum “ansommern” an den Beach-Plätzen. Aber mit dem voll ei ball hast ‘e ja derzeit nich viel am Hut, ne?
    Kann ich aber durchaus verstehen, bei dem, was Du derzeit erleben darfst ….
    Also hau rein, ich werd mir jetzt Deinen letzten blog zu Gemüte führen!

  7. Stefan says:

    ne, das ei spielt hier unten ueberhuapt keine rolle. oder warte, zumnindestens nicht das volley. das andere ei, das eiige ei, das des rugby dafuer eine umso groesser. schoener sport muss ich sagen. gefaellt mir. bringt das urische im menschen wieder hervor. und eeeeeendlich sieht man mal richtige maenner. nicht dieses weinerliche schauspieler getue unserer fussballer. gefoult, geschubbst, umgekickt wird hier reichlich. gebrochene knochen gehoeren zum spiel wie das ei zu ostern (um mal bei den eiern zu bleiben). gemeckert wird nicht. “mh, ich blute…ok…und hier guckt irgendwie ein knochen komisch aus der haut…naja, geh ich mal lieber vom platz…” auch schiedsrichter sind hier unten akzeptiert und respektiert. wenn er spricht ist ruhe. keine rudelbildung. somit bleibt nur noch zu sagen…rugby 10…fussball nuuuuuuuuuuuuull!

    ;)

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