One night in Bangkok…

…oder machen wir am besten gleich einmal drei daraus. Aber von vorne:
 
Puenktlich wie die Deutschen (oder eigentlich nicht – wann hielt sich die DB jemals an den Zeitplan) lief mein Nachtzug aus Bangkok aus. Leider habe ich es nicht geschafft einen Schlafwagenzug zu ergattern, diese waren bereits ausgebucht. Haette ich meinen zarten Arsch wohl mal ein bisschen in die Haende nehmen sollen. Aber egal, dieser “Sprinter” war nicht viel anders. Kaum hat man auf seinem (eigentlich muesste man sogar in seinem) Sitzplatz Platz genommen (sagen) bekam man zu seiner grossen Ueberraschung wie im Flugzeug thailaendisches Abendessen vor die Nase gesetzt. Prima, wieso habe ich mir eigentlich noch kurz vor der Abfahrt aus Angst Verhungern zu muessen den Magen mit Cookies, Chips und ein paar Huehnerstueckchen vollgeschlagen? Egal, einem geschenkten Gaul schaut man nun einmal nicht ins Maul und somit war auch dieses Abendessen bald Geschichte. Es folgte der sehr ausfuehrliche angenehme Teil der Reise. Kaum zu glauben aber war: nachdem ich den Sitz in nahezu horizontale Lage gebracht hatte (wesentlich tiefer als im Flugzeug – stoert aber den Hintermann nicht im Geringsten, da dieser ebenfalls in der Horizontalen schwebt) und ein klein wenig mit dem Einschlafen zu kaempfen hatte lief es auf einmal rund und ich oeffnete meine kleinen verklebten Aeuglein erst sage und schreibe 9 Stunden spaeter durch das Strahlen der Sonne wieder. So blieb mir noch genuegend Zeit um das Croissin zum Fruehstueck und die vorbeirauschende Landschaft Thailands zu geniessen. Mit etwas Verspaetung (diesmal wuerde der DB-Vergleich stimmen) liefen wir dann gegen 9 Uhr frueh am Morgen in Bangkok ein. Knappe 1000 Kilometer Zugfahrt fuer 600 Baht, was irgend etwas bei 12 Euro entspricht. Ich haette mit etwas mehr Glueck die Fahrt auch fuer die Haelfte bekommen koennen. Unglaublich.
 
 

SDC14171Mein 13 Stunden-Schlafzug. Luefter an der Decke, Thai zum Abendbrot, kleines Croissin, Decke zum Zudecken (was macht man auch sonst mit Decken, wenn sie nicht gerade mit Lampen behangen werden ;) – Service besser als im Flugzeug, fuer nicht einmal 1/4 des Preises.

 
Da es noch frueh am Morgen war und ich wusste, dass die CheckIn Zeit in Hostels meist nach dem Mittag beginnt habe ich mich gegen hunderte Tuk Tuk Aufdraengler gewehrt und bin einfach mal drauf los gelaufen. Mit der dicken Deuta am Ruecken. Das Ergebnis, ein vollgeschitzter Stefan, liess natuerlich nicht lange auf sich warten. Die Strecke zum Hostel habe ich allerdings, entgegen den mir prognostizierten 2 Stunden, in weniger als der Haelfte geschafft. Nachteil – mehr als 4 Stunden Wartezeit bis zum Einchecken. So ging es also erst einmal auf Entdeckungsreise in der naeheren Umgebung.
 
 

SDC14176Sogenannte Klongs fuehren an den “Slums” von Bangkok entlang.

SDC14183Ein Kaiser und sein Spiegel.

SDC14186Erinnert ein wenig an den Central Park in NY.

SAMSUNG DIGITAL CAMERADas CBD von Bangkok.

SAMSUNG DIGITAL CAMERADem Kaiser sein Ausblick.

SDC14193Schuechternes Kerlchen von nahezu einem Meter Laenge. Laufen und schwimmen hier einfach mal so zu Hauf herum.

SDC14237Ich sitze so schoen am See, nehme mir wie ueblich massig Zeit fuer meine Nachtaufnahmen zischt es auf einmal neben mir und das Wasser bewegt sich. Kommt nicht dieses Urzeit-Monster aus selbigen gekrochen, sieht mich nicht und faengt an den Baum zu beklettern??? Nachdem ich das Foto geschossen hatte laesst sich die Echse wie vom Blitzt getroffen (was ja auch eigentlich der Fall war) wie ein Stein vom Baum fallen und fluechtet wieder zurueck ins Wasser.

 
Puenktlich 14 Uhr durfte ich dann endlich mein mehr als…ahm…gemuetliches Zimmer im 5. Stock beziehen. Ploetzliche Muedigkeit liess mich erst wieder mit dem Eintreten der Nacht erwachen, genau richtig um mal wieder loszuziehen und Nachtaufnahmen in den Kasten zu bekommen. Gehoert ja nun einmal zu mir wie der bekannte Name an die Tuer.
 
 

SAMSUNG DIGITAL CAMERAHaette sicherlich jeder sein Vermoegen drauf verwetten koennen, dass auch hier wieder Nachtaufnahmen folgen werden – Thai-Stefan hat da dieselben Vorlieben wie sein Kiwi-Pendant.

SDC14220Auch wie ueblich sass ich einfach nur ewig hier und genoss die Aussicht. 

SDC14370Das CBD von Bangkok – bei Nacht.

SDC14247Chaotisch grelle Innenstadt.

 
Nach scheinbar endlos langer Zeit verliess ich den Park und schaute noch schnell am Nachtbasar vorbei. Wollte eigentlich nur drueber schlendern und “mal gucken”. Aber nee, am erst besten Brillenstand blieb ich schon wieder wie angewurzelt stehen und begutachtete die Armani und Co. Plagiate. “Beste Preis. Original. Wieviel?” Dies ist der Standardeinleitesatz eines jeden Martverkaeufers. Ist wahrscheinlich gleich die erste Lektion im “grossen 1×1 fuer Staendebesitzer”. Ich. “Sorry, nein, brauche wirklich keine Brille…siehe hier” und verweisse auf meine auf dem Kopf ruhende Sonnenbrille. Sie. “Wieviel?” und zeigt auf meine. “Ich hab besser Preis”. Ich “Is ok, danke. Will nur gucken.” Dann hab ich doch noch ein Model entdeckt was mir eventuell gefallen koennte. “Wieviel waere diese Brille?” Sie. “Mein bester Preis…” tippt in den obligatorischen Taschenrechner ein (Casio muss hier unten ein Vermoegen an Absatz von solchen Dingern verdienen) “950.” Ich “Wow, keine Chance.” Sie “Ok ok, mein wirklich und diesmal ehrlich bester Preis 750.” Ich ganz selbstsicher, da ich ja nichts zu verlieren habe und eigentlich ja gar nicht interessiert bin “Ich habe meine Brille auf Phuket am Markt fuer 200 bekommen. Mehr gebe ich auch hier nicht aus.” Sie. “Ach komm, das ist nicht moeglich. Ist Armani” versucht sie mir mit traurigen Augen zu erklaeren. Ich verwende den letzten Trick, der eigentlich immer wirkt: ich zucke mit den Schultern, verabschiede mich brav, drehe mich um und laufe los. Sie. “Halt. Halt. Was ist mit 250?” Ich. “200 und ich nehme sie sofort. Du bist gluecklich, hast mein Geld, ich bin gluecklich, habe eine neue originale Armani Brille”. Sie “Ich kann das echt nicht machen”. Wieder drehe ich mich um. Sie. “Ok. Ok. Gebongt”. Von 950, was eigentlich ihr bester Preis war, auf 200 herunter. Und ich weiss ganz genau, dass sie noch immer ueber mich laechelt und genuegend Provit gemacht hat…
 
 

SDC14254Der weltberuehmt Nachtbasar war vom Hostel nur wenige Meter entfernt. 

SDC14258Meine Hostelaussicht.

 
Grosser Kultur- und Sehenswuerdigkeitentag. Mit dem Skytrain ging es zuerst fuer zwei Stationen 20 Meter oberhalb des restlichen Fortbewegungsrummels in Richtung Hafen – Bootsanlegestelle beschreibt es wohl dann doch etwas genauer. Von dort mit einem uebervollen Boot 25 Minuten (fuer umgerechnet ca. 20 Cent) in das kulturelle Herzstueck Bangkoks.
 
 

SDC14267Krasser Gegensatz – totale Armut vs. noblem Reichtum.

 
Erste Station war die Tempelanlage “Wat Pho”, die als Hauptattraktion den ruhenden Buddha beheimatet. Viele viele Buddhas habe ich bereits zuvor gesehen? Dieser hier aber hat mich echt mal wieder umgehauen. Einfach nur Wahnsinn. Wieviel Blattgold musste hierfuer aufgewendet werden? Seine Fusssolen (wie doof sieht denn dieses Wort eigentlich aus???) sind mit Perlmutt ueberzogen. Keine Ahnung was das ist, sah aber witzig aus und hoert sich auch gut und interessant an. Diese Tempelanlage war wieder einmal unglaublich gross. Viele bunte Tuermchen, alles vergoldet, verspiegelt, verschmueckt, verkitscht, verstrahlt, verglitzert. Man erkennt wo das Vermoegen locker sitzt.
 
 

SDC14282Der ruhende Buddha (46 Meter lang und 15 Meter hoch) – mit so langen Beinen muesst ich wohl auch des oefteren mal ein kleines kreatives Schaffenspaeuschen einlegen – mh, mach ich eigetlich auch ohne diese ;)

SDC14295Was will uns dieser hauchduenne Ansatz von einem Laecheln sagen???

SDC14301Einer der protzigsten Tempel ueberhaupt.

SDC14306Einfach nur Wahnsinn, Gold und Glitzer wo man nur hinschaut.

SDC14315Witzige Saeulen.

 
Nachdem ich die Anlage ausfuehrlichs besichtigt hatte verliess ich diese um mich auf den Weg zum naechsten Punkt zu machen. Weit kam ich dabei nicht, wurde ich gleich von einem Tuk Tuk Vermittler angehalten. Ich. “Danke, brauch ich nicht. Hab massig Zeit, zwei gesunde Fuesse und muss einfach mal meinen immer fauler werdenden Arsch bewegen”. Hat er auch irgendwie eingesehen, mir noch ein paar Tips gegeben, was seiner Meinung nach besonders besuchenswert ist und ploetzlich befand ich mich dann doch im Inneren eines Tuk Tuks. Ooopsies. Mein eigener Chaffeur fuer den Tag, faehrt mich zu all den tollen Sachen die ich gerne sehen moechte und kostet dabei ca. 70 Cent. Einziger Haken: ich muss mit ihm zwei Shops besuchen, ein wenig Interesse zeigen, aber nicht verpflichtet irgend etwas zu kaufen, der Fahrer erhaelt vom Besitzer einen Tankgutschein und weiter kann es gehen. “Das passt, kann ich haendeln. Hab nen kurzen Blick und hau wieder ab.” Dachte ich ;)
 
Nach der ersten Station fuhr der Fahrer voll motiviert direkt einmal zum ersten Shop: einem Tailor. Oder auch Schneider genannt. “Bin Backpacker, Deuta ist voll. Kann ich absolut nicht gebrauchen! Kein Platz. Und ebenfalls kein Interesse!” Er. “Nur ein Blick reinwerfen. Nach 10 Minuten koennen wir auch schon wieder weiter. Kein Problem. Easy. Ausserdem senden sie die Anzuege auch per Post nach Hause. Kein Problem.” Ich hatte irgendwie einen mega grossen Laden erwartet wo ich mich vor den nervigen Augen der vielen Verkaeufer hinter all den anderen Kunden verstecken kann. Dass es am Ende ein minikleines Laedchen mit Null Versteckmoeglichkeiten war hat mich doch etwas ueberrascht. Auch war ich zu dieser Zeit der einzige Kunde. Mein persoenlicher Berater/Verkaeufer kam direkt auf mich zu. “Willkommen, Sir!” Wow – “Sir”??? Kann ja nur witzig werden. Er fuehrte mich gleich nach oben, auf seine Couch und begann sein geschickt und sicherlich einstudiertes Einlullgespraech, aeh Verkaufsgespraech, legte hunderte verschiedener Stoffe auf, zeigte Kataloge mit all den schoenen Sachen. Ich nur immer “Nein danke. Nein sorry. Kein PLatz. Kein Geld. Kein Interesse.” Ploetzlich sehe ich leider einen genialen Anzug, der mir eventuell doch gefallen koennte. Unbezahlbar wie er war verwarf ich aber den Gedanken sofort wieder. Nicht so aber er, er hatte Blut geleckt. Das Feilschen begann und die Preise fielen im Minutentakt. Und auf einmal waren sie sogar in Reichweite. Mein eigener Anzug, massgeschneidert, Jacke, Hose, Hemd, Krawatte und Weste. Schwarz. Kashmir. “Man, fuehlt sich das gut an”. Bestimmt eine Stunde verlief der Preisstreit. Keine wirkliche Einigung war in Sicht. Entwerder stimmt der Preis nicht oder aber es war bezahlbar, dafuer wollte er die Weste wieder abziehen. So ging es hin und her und her und hin. Letztendlich machte ich ihm klar, dass ich es mir nicht leisten koenne. Der alte Trick, ich verabschiede mich, drehe mich um und versuche den Laden zu verlassen. “Stop, stop…alles klar”. Ploetzlich war es moeglich und ich hatte meinen kompletten Anzug fuer einen Preis, den ich fuer angemessen hielt. Besser, in Deutschland haette ich locker das 4-fache zahlen muessen. Ausserdem brauche ich, wenn ich zurueck komme und der ganze Bewerbungsstress beginnt, sowieso einen. Passt also. Anzug super. Preis noch mehr. Knappe 90 Minuten waren es letztendlich. Keine 10 wie versprochen ;) Naja…
 
Weiter ging es im Kulturprogramm und der fahrt in meinem Tuk Tuk durch Bangkok.
 
 

SDC14319Mein ganz privates Tuk Tuk fuer 6 Stunden.

SDC14331Erinnert irgendwie an den Buckingham Palast.

 
Aber gerad einmal einen neuen Tempel hat er mir zusaetzlich gezeigt, schon faehrt mein Fahrer wieder breit grinsend den naechsten Laden an. Dieses Mal einen Juwelier. “Ich habe mal ueberhaupt gar kein Interesse an Juwelen!”. Er. “Nur gucken!” Also wieder rein, diesmal kam sofort der Chef des Ladens auf mich zu. Ohne Ruecksicht auf seine Gefuehle musste ich ihm allerdings sofort gestehen: “Ich moechte ehrlich zu Ihnen sein. Ich habe kein Geld. Noch weniger als das habe ich Interesse an den Glitzersteinen. Ich moechte nur ehrlich zu ihnen sein. Der einzige Grund wieso ich hier bin ist der, dass ich hier sein muss. Dass der Fahrer mich hier abgesetzt hat”. Er verstand mein Dilemma und nahm es grinsend hin. Nach ein paar geschichtlichen Aspekten ueber die Entstehung von Opalen, Saphiren und Topasse vom Chef persoenlich habe ich den Laden auch schon wieder verlassen. So richtig gluecklich hat der Fahrer nicht geschaut, dass ich nichts gekauft hatte – er war aber vorgewarnt. Seine Schuld. “Jippy. Zwei Shops hinter mir. Ich habe es ueberstanden. Von nun an nur noch geniessen…”. Der naechste grosse Buddha stand auf dem Plan.
 

SDC14342Yet another Big Buddha. Dieser haelt es irgendwie Besser auf seinen megalangen Beinen.

 
Was faehrt der Arsch von Fahrer aber als naechstes an? Einen Shop!!! “Hey Mister, 2 Shops war vereinbart. Das ist nun schon der dritte”. Ich konnte es nicht glauben. Noch dazu handelte es sich wieder um einen Schneider. “Na gut, habe ja schon einen Anzug. Macht es einfacher Nein zu sagen”. Da mit dem Fahrer kein vernuenftiges Streitgespraech moeglich war und ich ja auch auf ihn angewiessen war um weitere Sehenswuerdigkeiten besuchen zu koennen gab ich nach und trat ein. Erleichtert, viele Kunden hier. Muss es doch moeglich sein sich irgendwie und irgendwo zu verkruemeln. Aaaaber, sofort nach dem Betreten kam wieder mein persoenlicher Berater. Ich erklaerte ihm, dass ich vor kaum 2 Stunden einen Anzug gekauft hatte, keinen weiteren benoetige und sowieso kein Geld mehr habe. Ihn interessierte es scheinbar wenig, fragte nur nach dem Preis meines zuvor erworbenen Anzuges. Er wuerde mir einen, ohne Hemd und ohne Weste, fuer ein Drittel dieses Preises anbieten. Wow, nicht einmal hundert Euro fuer einen massgeschneiderten Kashmiranzug. Und schon setzte die Rattermaschine im Kopf wieder ein. “Wow, das ist genial. Und die Anzuege sind wieder wunderschoen. Kann ich mir das nicht irgendwie leisten???” Um das ganze Abzukuerzen: auch diesen habe ich gekauft, nicht aber ohne noch einen kostenlosen Posttransport nach Deutschland zu verhandeln. Von meinem urspruenglichen Plan die Laeden nur kurz zu besuchen und eiskalt alle Angebote abzublocken ist nicht viel geworden. So habe ich nun zwei tolle neue Anzuege ;))) Anfangs war ich nicht wirklich gluecklich, dass ich so schwach gewesen bin. Heute freue ich mich einfach nur wahnsinnig auf den Tag wenn sie dann endlich in Deutschland angeflogen kommen.
 
Nach dem naechsten Tempel dreht sich der Fahrer wieder um: “Ein letzter Laden. Nur noch einer!” Ich. “Vergiss es. 2 (!!!!) war abgesprochen. Jetzt waren wir bereits in dreien und ich habe zwei Anzuege gekauft. Keine Chance”. Er. “Nur der eine noch, bitte. Brauch den Tankgutschein”. “NEIN!” Ich werde laut. Kann ja wohl nicht wahr sein. Ich werde veraergert. Der Fahrer regt mich auf. Er. “Nur der eine noch!” Und grinst mich bloede an. “Fahr einfach weiter. Reg mich nicht auf. Ich betrete KEINEN Shop mehr. NEIN. Null Chance. N U L L ! ! !” Jetzt ist er veraergert, zieht eine Fleppe, schaut mich nicht mehr an und bringt mich nur noch fix zum eigentlichen Hoehepunkt des Tages, dem grossen koeniglichen Palast mit “Wat Phra Kaeo” (nicht aber ohne mich noch mindestens 219293 zu fragen ob nicht doch noch ein einziger Laden moeglich waere…rrrrrrrh). Witzig, das war eigentlich der Tempel, den ich unbedingt und irgendwie auch als einziges nach dem liegenden Buddha noch sehen wollte. Deswegen bin ich auf diesen Trip gegangen. Knapp 5 Stunden vorher. Jetzt stehe ich hier und muss zusehen wie ich nicht eingelassen werde, weil es zu spaet ist!!! Gechlossen! Zu spaet, der Fahrer hat genau genwusst das ich den Palast sehen will. Aber nein, er faehrt mich von Laden zu Laden und gibt einen “Scheiss” auf meine Interessen. Jetzt ist geschlossen und der Tag war irgendwie fast umsonst. Naja, nicht wirklich. Habe ja meine beiden tollen Anzuege. Aber aergerlich trotzdem. So zog ich also wieder zum Boot und fuhr zurueck zum Hostel.
 

SDC14349Mal eine andere Art eines Tempels.

SDC14356Sonnenuntergang hinter Bangkok.

SDC14362Sonnenuntergang hinter Bangkok.

 
Da ich mein gestriges Haupt-Sightseeings-Ziel aus besagten Gruenden verpasst hatte habe ich mich heute am letzten Tag in Bangkok (und massig Zeit nach dem Auschecken um 11, der Flieger geht um 23 Uhr) noch einmal auf die Beine zum Kings Palast gemacht. Vorher stand aber noch die Anprobe meiner beiden neuen Anzuege an. Beide Schneider kamen ins Hostel um mir ihr halbfertiges Werk zu praesentieren. Da ich bereits ausgecheckt war hatte ich auch kein vernuenftiges Ankleidezimmer zur Verfuegung, so das dies im Aufbewahrungsraum der Koffer fuer die bereits ausgecheckten Gaeste stattfand. Ohne Luefter. Ohne Spiegel. Aber klein Stefan nicht dumm, laesst sich von einem Malaysen, den ich am Abend zuvor kennen gelernt hatte, beraten und fotografieren, um sich dann selbst bestaunen zu koennen. Eins zwei kleinere Aenderungen hier und da und die Anzuege sind perfekt. Jippy, haet ich fast gar nicht erwartet. Jetzt muessen sie nur noch zur geplanten Zeit in Deutschland auftauchen ;)
 
Mit meinen neuen Gluecksgefuehlen ging es jetzt also noch einmal per Skytrain und Boot zum Palast (mittlerweile auch schon wieder recht spaet, da Franzi, eine Deutsche aus dem Hostel die unbedingt mit kommen wollte, kurz vor dem Auslaufen des Bootes ja unbedingt noch ein paar Nudeln im Restaurant bestellen musste, diese natuerlich ungefaehr zu spaet kamen und wir das Pier erreichten, als das Boot gerade ablegte ;) Eine knappe halbe Stunde vor dem Schliessen der Palasttueren waren wir dann aber da. Kurze Hosen sind nicht erlaubt fuer das Betreten des Palastes! Was hatte ich an? Natuerlich kurze Hosen (ok, eine). Was traegt man auch sonst bei 32 Grad? Ich wusste allerdings, dass man sich kostenlos eine lange Hose am Eingang ausleihen kann. Was ich nicht wusste, dass sich unter diesen auch arg maennerfeindliche Farben befinden. Welche wird mir vorgesetzt? Lila! Naja, was tut man nicht alles um der Kultur anderer Laender etwas naeher zu kommen. Im Schnelldurchgang habe ich dann den wiederum praechtigen und von Gold und Glitzer strahlenden Palast/Tempel bestaunt. Es ist einfach Wahnsinn. Man denkt man hat schon fast alles gesehen. Und die grossen und wichtigen Tempel gleichen sich ja doch alle irgendwie. Aber man ist jedes mal wieder aufs Neue erstaunt und begeistert wie Glamoroes hier alles ist.
 
 
SDC14395_pano1“Grande Kings Palace”.

SDC14411Gruselige Figuren wohin auch immer das Auge schaut.

SDC14427Und natuerlich Gold.

SDC14429Und gruselige Figuren.

SDC14430Achja, und Gold. Und komische Tuermchen.

SDC14432Und witzige Daecherchen.

SDC14436Hier werden die grossen Stadtsbesuche empfangen.

SDC14442Das muss natuerlich ausreichend gesichert werden – die Thai-Garde ;)

SDC14440Noch ein grosses Regierungsgebaeude.

SDC14443Zutritt nur mit langen (GELIEHENEN) Hosen moeglich. Wieso habe eigentlich ich das Lila bekommen???

 
Nach dem Palast ging es nicht per Boot zurueck, sondern per pedes. Man sagt ja nicht umsonst, dass eine der besten Moeglichkeiten die wahre Identitaet einer Stadt kennenzulernen das Belaufen dieser ist. Also los.
Es ist einfach unglaublich wieviele Maerkte es hier in Bangkok gibt. Wieviele Strassenstaende. Wieviele Menschen, die sich auf den Strassen tummeln. Von Autos und Scootern gar nicht zu sprechen. Ich glaube kein Mensch oder keine Familie kocht bei sich zu Hause. JEDER hat hier einen kleinen Marktkarren und kocht fuer sich. Was uebrig bleibt wird dann billig als getarntes Strassenrestaurant an Touristen verkauft. Die Anzahl von Koechne pro Kopf in Thailand uebertrifft sicherlich die jedes anderen Landes der Welt. Ich lehne mich einfach mal weit aus dem Fenster und meine, dass jeder Mann ein Koch ist und jede Frau, die nicht gerade minikleine Bluemlein auf einen Faden aufreiht, ebenfalls. Macht bei etwa 64 Millionen Einwohnern in ganz Thailand dann einen ganzen Haufen Koeche.
 
Nach weiteren 3 Stunden ziellosen Umherirrens (es ist einfach unmoeglich hier den Ueberblick zu bewaren. Wenn nicht gerade die Karten an Undetailiertheit nicht zu uebertreffen sind sind es die fehlenden Strassennamen, die einen jegliche Orientierung vermiessen. Strassen sehen dank der kribbelbunten Maerkte eh alle gleich aus ;) habe ich dann allerdings so langsam die Lust verloren. Mein nasses T-Shirt trug ebenfalls nicht zur Motivierung bei. Nach 4 Stunden war dann endlich und gluecklicherweise das Hostel wieder erreicht. Eigentlich hatte ich vor mich noch schnell einzuschleichen und zu duschen. Nachdem mich aber der Hostelwirt innerhalb des Hostels beim Surfen entdeckt hatte warf er mich hochkantig aus selbigen herraus. Der einst sehr nette und vor sich her grinsende Mann wurde zur Furie und dem eigentlichen Motto des Hostels “Hostel of Smiles” in keinster Weise mehr gerecht. Ich meine, ich koennte es ja verstehen wenn er mich beim Duschen erwischt haette. Aber einfach nur beim Rumklimpern auf MEINEM Laptop…mhhhhh.
 
Ausserdem hatte seine Unfreundlichkeit und Streitlust schon eher angefangen. Eigentlich direkt nach meinem Auschecken, als ich kein zahlender Kunde mehr war. Auf meine Frage, welche Nummer ich denn waehlen muesste um meinen Schneider zu erreichen (ICH wollte anrufen. Und ICH hatte auch bereits des Schneiders Visitenkarte – leider waren zwei Nummern mit nicht eindeutigen Vorwahlen abgedruckt) fuhr er mich auf einmal an, dass die Leute ihn heute schon tausend mal angerufen haetten, er ihnen jedes mal den Weg zum Hostel beschreiben musste (was leider nicht mein Fehler war – ich hatte beiden Schneider den Weg mehr als ausfuehrlich erklaert und sogar aufgemalt!) und dass das einfach nicht sein Buisness sei. Haette er mir ja auch normal sagen koennen. Haette ich vielleicht auch akzeptieren (nicht aber verstehen) koennen. Aber dass er mich anschreit hat nicht gerade dazu beigetragen, dass ich mich einfach nur umdrehe und mir meine Meinung verkneife. Denn das war schlicht unfair. So blieb ich also ruhig, aber immer mit einem Grinsen im Gesicht (hat ihn glaube ich irgendwie noch mehr zur Weissglut gebracht) und habe versucht ihn zu erklaeren, dass ICH die Leute selbst anrufen moechte, nicht er, und dass er mir jediglich eine klitzekleine Auskunft bezueglich der Vorwahlen geben koennte. Es war einfach nichts zu machen. Sein Kopf naeherte sich rasend schnell dem Rotebetestatus. Mein Malayse hat mich dann ueberredet, dass es doch recht wenig Sinn machen wuerde eine normale Konversation zu fuehren. Ungeduscht ging es also zum letzten Mal fuer ein Stuendchen in die Stadt, ein letztes Mal billig Thaiessen am Strassenrand, ein letztes Mal ueber den Nachtmarkt marschiert (diesmal nichts erworben!!!) und im triefenden Regen Abschied genommen. Irgendwie kam der Eindruck auf, dass das traenenreiche Thailand nicht so recht von mir gehen lassen wollte ;) Mit dem Shuttle ging es dann zum Airport wo ich zu mindestens eine Katzenwaesche durchfuehren konnte. Man goennt sich ja sonst nichts ;)
 
 

SDC14446Bangkok verschwindet hinter den Zuckerwattewolken. Ahoi.

SDC14459Mit der Sonne nehme auch ich Abschied von wunderschoenen und interessanten 4 Wochen Abenteuer in Thailand.

 
In Singapur fand ich dann auch endlich meine heiss begehrte Dusche und alles war in bester Ordnung. Alles? Nicht alles – Thailand war einfach zu wunderschoen um nach 4 Wochen schon wieder abzureisen. Ich wuenschte ich haette mehr Zeit mitbringen koennen. Viele Ecken konnten garnicht besucht werden. Viele, wie mir von andren Backpackern berichtet wurde, ebenfalls wunderschoene Orte, Stadte und Landschaften. Oder auch Kambodscha – von Thailand ein Katzensprung entfernt. Aber auch hier benoetigt man sicherlich mehr als 4 Wochen um ein wenig Hineinschnueffeln zu koennen. Aber man ist ja noch Jung und es ist nicht aller Tage Abend – irgendwann komme ich zurueck. Versprochen. Geht gar nicht anders…
 



5 responses to “One night in Bangkok…”

  1. Sören says:

    So lieber Thai-Stefan!

    In diesem Bericht hast du den Touri aber mal mächtig raushängen lassen.
    erst den Sonnebrillenverkäufer komplett über den Tischgezogen und seinen Preis in den Keller gedrückt. Wie soll der arme Kerl denn nun seine 11-köpfige Familie von den lächerlichen 200 Ülilies da ernähren? Mensch Stefan,…geh mal in dich! :)
    Und nachdem du den Brillenverkäufer abgezockt hast, werden erstmal zwei angepasste Anzüge für den Bonsen gekauft! Super! Wie kannst du das nur mit deinen Gewissen vereinbaren?
    Und dann der arme Tuk-Tuk-Fahrer! Einen Tankschein hätte er noch gebraucht um wieder nach Hause auf seine Reisfarm zu fahren, so sitzt seine 15-köpfige Familie nun diesen Abend alleine zu Hause. Na,…kommt das Gewissen wieder?
    Und dann der gestresste Mann von der Rezeption! Den ganzen Tag klingelt das Telefon von verrücktgewordenen Schneidern,nur wegen Mr.Anzug!

    Und das beste zum Schluss, nachdem er nun jeden übern Tisch gezogen hat, schafft er es nicht mal sich zu duschen. Nenene, Was ist nur aus dir geworden. Gut, dass sich die Kiwis nicht so über den Tisch ziehen lassen ;)

    So, genug gemeckert. Komm schon, schlag zurück, oder sehe deine Fehler ein!

    Freu mich schon auf deinen Kommentar! :)
    Hau rein Großer!

    HDL Sören :)

  2. Stefan says:

    So lieber pingel-soeren ;)

    Und hier kommt er auch schon. Mein Kommentar.

    Erstens muss ich leider dein verstaendnis fuer geschlechterfragen anprangern. “Sie” steht meines erachtens nach fuer eine Frau, Dame, Maedchen, Oma, HutschachtelverkaeuferIN (ich denke du hast es jetzt) und somit handelt es sich naemlich auch um EINE sonnenbrillenverkaeuferIN. ich habe sie auch nicht ueber den tisch gezogen, sondern nur von ihrem hohen ross und den utopischen und viel zu hoch gesteckten startpreis heruntergeholt. wer nicht handelt wird beschissen, ist selbst schuld und sollte sich anschliessend nicht beschweren. ausserdem bin ich mir sehr sehr sicher dass sie noch immer genuegend gehalt von herrn armani ausgezahlt bekommt. Die 11-köpfige Familie kann auch zur not mal beim nachbarn unterkommen, der wahrscheinlich sogar ein enger verwandter ist. spenden fuer die armen kinder werden uebrigens auch gerne angenommen. vielleicht sollten sie auch einfach nur eine ihrer 23949 rolexe verkaufen, kann man auch gut essen von gehen ;)

    meine ausrede fuer die anzuege habe ich bereits mit bewerbungsgespraechen begruendet. denn schliesslich benoetige ich auch irgendwann mal eine arbeit um meine kommende 11-köpfige Familie zu ernaehren.

    der tuk tuk fahrer bestitzt im uebrigen eine bananenplantage die wesentlich stadtnaeher liegen. tuk tuks an sich haben auch noch einen umweltfreundlichen ersatzantrieb parat, erinnert stark an fred feuerstein ;)

    fuer den rezeptionisten habe ich auch nach ausfuerhlichem ueberlegen keine ausrede parat – der war einfach doof. so.

    zum thema dusche – war heute *SPOILER* skifahrn, bin schon 3 stunden wieder zu hause und habe aber auch noch nicht geduscht. ausrede hier, wird mir von jedem kiwi genehmigt: die All Blacks haben gespielt.

    freu mich auch auf deinen kommentar.

    neben all den ganzen streitereinen hier, HDAGGDL

  3. Sören says:

    Servuz Stefan!
    Alles klar, dann weiß ich ja jetzt Bescheid. Vertragen wir uns wieder ;)

    Wie schauts eigentlich aus…? Wirst du die ALL BLACKS nochmal live sehen?

    Gruß Sören

  4. Stefan says:

    leider leider leider nicht! muessen wir wohl mal wenn sie in irland spielen mit ryanair kurz rueberfliegen…

  5. Sören says:

    Bin ich dabei!

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