Lady and the Tramp

Vor nicht einmal einer Stunde habe ich ausfuehrlich mit meiner Familie gesprochen und ihnen vorgeschwaermt wie toll es doch mit dem Thema Arbeiten voran geht und ich mich gleich zu eben jener aufmache. Dass ich die letzten 5 Tage Arbeit hatte und auch noch mindestens die naechsten 3 Tage beschaeftigt bin. Jetzt, diese eine Stunde spaeter, sieht die Situation schon wieder etwas anders aus. Aber nicht das Angebot hat sich veraendert, sondern viel mehr die Wetterlage. Es regnet das erste Mal seit ich hier bin laenger als 10 Minuten und somit sind die Plantagen von vorn bis hinten total durchgenaesst -> Mr. Potter hat abgesagt, nichts zu machen. Einfach viel zu nass. Nur gut, dass ich mir zum Fruehstueck so richtig den Magen vollgehauen habe damit ich bis zum Mittag auch ja keinen neuen Hungerflash bekomme. Jetzt liege ich mit dicker Murmel wieder im Bett und schreibe ein bisschen am Blog rum (mal schauen wann er dann letztendlich veroeffentlicht werden kann).

Thema heute: kulturelle Unterschiede.

Oder besser: sprachliche Unterschiede, Ungereimtheiten und wie schnell Zungen unterschiedlicher Nationalitaet an ihre Grenzen stoßen koennen. Zurueck also zur Ueberschrift. Jedes Kind hat zumindestens eine kurze Disneyvergangenheit und sollte auch zumindestens dieses Maerchen kennen.
 
Eine feine schnoeselige Huendin aus der Oberschicht (Lady) trifft auf einen herumstreunenden Strolch (Tramp), findet ihn anfangs total abstoßend, kommt ihm aber nach einer heldenhaften Rettungstat (meinem lieben Mitbewohner Lukas nervt es nach seiner durchzechten Nacht gerade etwas an, dass ich und Elisa ueber dieses Thema lautstark diskutieren, da nicht mehr alle Einzelheiten ganz klar erscheinen…er ist so suess dort drueben in seinem Bett, wie er durch seine Einwuerfe: “die Lady findet den Strolch abartig, weil dieser sie mit seinem Gelaber einfach nicht schlafen laesst…sie hat naemlich ein Schlafproblem und lauft letztendlich Amok” – seine nicht ganz jugendfreie Variante ;) jetzt muss er auch noch total zerknirscht aufstehen und unverhofft arbeiten, da der Ruecken eines anderen gerade versagt hat) naeher, haben viel Spaß miteinander und verschlingen im grande Finale gemeinsam eine Spaghetti, die zwischen ihren Muendern immer kuerzer wird und letztendlich zum Kuss fuehrt.
 
 
lady tramp
 
 
Und so aehnlich geht es den Kiwipflückern hier. Im uebertragenen Sinn. Sie pfluecken die ganze Zeit fuer sich alleine ihre Kiwis ohne gross auf andere zu achten. Ab und an passiert es allerdings, dass sie mit ihren (entschuldigt bitte die Unterbrechung: muss jetzt auch Arbeiten, Jippy, genau dasselbe wie Lukas*) Haenden ein und diesselbe Kiwi pfluecken wollen – und da haben wir die Situation. Gekuesst wird danach zwar nicht…aber der Bogen ist geschlossen. Also hat Elisa diese Situation den Amerikanerinnen mit der Geschichte um Lady and the Tramp erklaeren wollen. Bei uns heissen sie allerdings “Susi und Strolch”. Und dieses Strolch ist scheinbar das schwierigste deutsche Wort, was sich ein Amerikaner nur vorstellen kann. Die Busfahrten der naechsten Tage waren nur mit Sprachuebungen alla “Schhhhtrrrrrrolcchhhhhh” gefuellt. Sie koennen es einfach nicht. So witzig. Dabei doch eigentlich so einfach. Fuer uns. Susi koennen sie alle. Aber nicht den lieben Strolch. Hihi. Uns wollten sie dann als Revange mit “months” oder “februrary” ueberfuehren. Das hat auch bestens geklappt, da diese beiden Woerter nie so geschmeidig wie bei ihnen ueber die Lippen kommen. Aber an das Versagen wie bei Strolch reicht es noch lange nicht heran…

*Hat ich mich schon auf einen freien Tag eingestellt, kam Brian kurz darauf rein und hatte was neues – “gardening bei Ron”, einem aus England emigrierten Zuwuchskiwi. Es war am Anfang einfach unmoeglich ihn zu verstehen. Und er hat auch einfach keine Ruecksicht genommen. Wenn wir es nicht verstanden haben hat er es einfach nocheinmal genauso genuschelt und schnell in seinen Bart geplappert. Ohne Ruecksicht. Nach dem erneuten Nichtverstehen hat er es dann einfach grinsend aufgegeben. Ohne erneute Erklaerung…der alte Bauer. So kam es dann auch zu einigen Missverstaendnissen als er uns fragte was wir normalerweise zum “Lunch” machen, wir aber in einem ewig langen Satz nur das “Lunch” heraus hoerten und ihn fragend
anschauten und er uns darauf wieder grinsend fragte, ob wir wuessten was ein Mittagsessen ist???

Oder seine Enten. Fragt uns ob wir Enteneier moegen und er uns welche zuruecklagen soll. Klar, aber wo sind denn hier Enten. Sehen nur weisse Gaense mit, naja, zugegebenermassen etwas kurzer Hals. “Kennt ihr ueberhaupt den Unterschied zwischen Gaensen und Enten” fragt er darauf. Denn es waren Enten, keine Gaense. Nur hatte ich vorher noch nie schneeweisse Enten gesehen. Egal, er fands wieder sehr witzig. Gut bezahlt hat er…ist das wichtigste.

Machts gut, Euer

Kiwi-Stefan

 


 

 

 



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