Hoiho

Nachdem die Jungs weg waren ging es sofort wieder zurueck in die Stadt – es gab noch einiges zu tun. Als erstes mussten ein paar „Kleinigkeiten“ am Auto gefixt werden (neuer Tankdeckel – wer wissen will was aus dem alten geworden ist wende sich bitte an Soeren ;) ein neuer Lichtschalter, der alte ging unter unmenschlichen Krafteinfluessen der Damenfraktion zu Bruch und eine neue Schraube, damit der Fahrer seine Scheibe auch wieder herunterkurbeln kann). Alles zusammen fuer 35 Dollar bei einem Sekondhand Haendler, statt 200 Dollar der Originalteile beim Fordmann. Danach noch fix eine Matratze fuers Auto gekauft (ich schlafe einfach goettlich auf ihr), ein wenig Verpflegung fuer die kommenden Tage und schon ging es wieder raus aus ChCh in Richtung Sueden.
 
Erstes Ziel war Oamaru, eine total Pinguin verrueckte Kleinstadt. ALLES ist auf die kleinen knuddeligen Dinger ausgelegt. Wirklich ALLES! Leider, aehnlich wie mit der Kiwiabzocke, kriegt das der liebe Tourist gleich wieder in seiner Boerse zu spueren, da sie sich wieder alles gut bezahlen lassen. Die gelb Augen Pinguine (Hoiho – ziert auch die neuseelaendsiche Fuenfdollarnote) sind kostenlos beobachtbar. Leider sind diese so scheu, dass man sie kaum zu Gesicht bekommt. Ist schon frustrierend wenn man sich bei dem Mistwetter 2 Stunden auf die Lauer legt und dann gerade mal einer vorbei gewatschelt kommt, was vielleicht gerade mal eine Minute dauert, ehe er dann wieder im Unterholz verschwindet. Aber egal – ihr trotteliges niedliches Verhalten macht alles wieder gut.
 OamaruDie Stadt war recht altenglisch gepraegt (hat ausnahmsweise nichts mit Pinguinen zu tun – eher mit Tradition und englischen Vorfahren ;)
slow down for penguinsIch sage ja: “ALLES!”
hiding penguinDann ging sie los, meine Suche. Zuerst bei den gelben. “Guck, guck, wo steckst du denn…???”
hiding penguin 2“Ha, hab dich!”. Manchmal ist es dann doch ganz einfach. Bin gerade wieder auf dem Weg zum Auto, hab den Gedanken einen Pinguin von Nahem zu sehen, schon aufgegeben, steht dieser einfach einen Meter neben dem Fussweg. Und guckt weg, der Arsch!
 
Die blauen Pinguine hingegen sind nicht so scheu. Sie kommen zu Hauf aus dem Meer und suchen nach anstrengendem Futtertag wieder ihren Weg ins traute Heim. Dieses Heimgehen aber bekommt man nur zu Gesicht, wenn man das passende Kleingeld hinblaettert. Wie gesagt, die Kiwis sind ja nicht dumm. Und es gibt auch genuegend Asiaten, die gerne bezahlen. Echt Wahnsinn, wie unsere kleinaeugigen Freunde den Deutschen in Anzahl und Auftreten hier unten den Rang ablaufen.
 
 
penguin stadiumDas ist die Beobachtungsstation der blauen Pinguine. Hier tapsen sie jeden Abend vor den Augen zahlreicher Schaulustiger ihren schwerlichen Heimweg entlang. Locker 100 Menschen passen unter diesen Beobachtungsunterstand.
 

Danach ging es weiter nach Duniden, einer 110000 Einwohner habenden Studentenstadt. Auf dem Weg habe ich noch bei den „Moeraki Boulders“ gehalten. Witzige runde Steine, die einfach so im Wasser rumliegen. „Bei dem mistigen Wetter werde ich sicherlich auf keinen einzigen Touristen treffen“, dachte ich mir so. „Wer ist schon so bloed, sich bei Regen und Nebel runde Steine im Wasser anzuschauen…ausser mir vielleicht?“. Naja, viele anscheinend. Das gibt es einfach nicht. Gibt es ihn eigentlich noch…den wunderschoenen UND einsamen Ort in Neuseeland. Naja, auf der einen Seite ist die Erfindung des Reisefuehrers ja eine dolle Sache – die Steine haette ich ohne auch nicht gefunden, auf der anderen Seite nervt es aber echt, dass auch andere Menschen neben mir diese Besitzen duerfen ;((

 
Moeraki BouldersDas sind sie also…die runden Steine.
 
Felling Free
 …und noch weitere.
 
Moeraki Boulders Tourists
 …und die angesprochenen Touris! (wie gesagt, es hatte geregnet, war neblig und kalt – wieso um Himmels Willen sind die da alle am Meer???)
 
Moeraki BirdEr fand wohl auch ohne Reisefuehrer her. Und liess sich von den zahlreichen menschlichen Eindringlingen nicht stoeren (eine Arschruhe hatte er weg…)
 
Duniden ist aehnlich wir ChCh sehr englisch gepraegt, was die Architektur angeht. Gefaellt mir sogar noch besser als ChCh selbst. So richtig viel gibt es aber auch hier nicht zu sehen. Ein toller Bahnhof und eine Schokoladenfabrik, die mir dann aber doch zu teuer ist (Schokiproben gibt es wohl nur ab und zu mal – einen Schokobrunnen habe ich dank EON auch so mal gesehen). Einen Friseur habe ich trotz langen Suchens nicht gefunden. Muss ich wohl weiterhin mit der Maecke rumlaufen.
 
 
OktagonDas Zentrum von Dunedin. Allerdings ist hier beim Bilderzusammenfuegen etwas schief gelaufen. Ich hoffe man entschuldigt…
RailstationDer alte englische Bahnhof.
 
 
Ach ja, fast vergessen. Habe hier die „Baldwin Street“ besucht, die angeblich steilste Strasse der Welt. Ist schon beindruckend, wie die Anwohner sich hier jeden Tag hinauf puschen muessen. Aber sie sind es ja gewoehnt. Im Gegensatz zu den Touris, die hier jeden Tag mit ihren Leihwagen auftauchen und mit Vollgas und quietschenden Reifen den Berg bezwingen wollen. Dumm nur, dass dieses stinkende und Gummiabreibende Getue rein gar nichts bringt…wie immer liegt naemlich in der Ruhe die Kraft. Schoen im ersten Gang mit 5 KM/H und alles ist in Butter. Viele schwarze Reifenspuren auf der Strasse zeugen davon, dass dies noch nicht allzu viele begriffen haben ;)))
 
 
Baldwin StreetMehr brauch ich wohl auch nicht zu sagen.
Baldwin Street steepMh, irgendwie kommt es Null rueber wie steil es tatsaechlich war. Aber das war es – glaubt mir.
 
Am Abend habe ich dann doch noch das perfekte Ausflugsziel gefunden, was diesmal auch kaum ueberlaufen war. Eine kleine Erwaehnung im Reisefuehrer reichte aus, um mich neugierig zu machen. Zu einer Bucht namens „Sandfly Beach“ waere ich sicherlich nicht freiwillig gefahren – aber jetzt bin ich so froh es doch gemacht zu haben. Der Hoiho hat es naemlich heraus geholt. Auch hier traf ich auf den gelben Pinguin, ohne Eintritt, ohne nervige Beschraenkungen irgendwelcher Aufpasser. Alles ganz natuerlich in ihrer Umgebung. Und da stand er auch schon, der erste Pinguin. Mitten auf dem Strand. Trotz dass sie ja soooo scheu sind hat sich dieser nicht vom Fleck bewegt. „Sind wohl doch zutraulicher als man denkt?“ Naeher und naeher habe ich mich ran gewagt – keine Regung seinerseits. „Scheint ihn wohl nicht zu stoeren. Also noch naeher“. Naja, mein Glueck war dann leider doch sein Unglueck – er war am Fuss verletzt und wollte oder konnte nicht wirklich weiter. Hat mir dann natuerlich sehr Leid getan und ich habe mich langsam wieder zurueck gezogen (gute Besserung kleiner Mann an dieser Stelle).
 
 
PinguinLeider verletzt! Ich, als kleiner Pinguinretter, habe es dann aber gleich der lieben aber scheinbar ahnungslosen Pinguinaufpassermami berichtet, die sich herzlich bedankte und meinte, dass der arme Kerl nun wahrscheinlich nach ChCh zum Pinguindoktor gefahren werden muss – im Kuehlschrank. Wie traurig!
yellow eyed penguinGuckt auch ein wenig so, als ob ihm was fehlen wuerde.
 
 
Wenig weiter dann das naechste Highlight – Seeloewen. Ein Papa (locker 300 Kilo), eine Mami und drei oder vier verspielte Kinder (mh, Kinder…haben auch gute 200 Kiloechen auf den Knochen), die sich gegenseitig anbloeken und miteinander spielen. Sich aergern, wegrobben, verfolgen, kaempfen, beissen, nicht wirklich, eher wie bei verspielten Hunden – tun nur so. Echt lustig sie zu beobachten. Und scheinbar macht es ihnen auch nichts aus bei ihrer Abendbeschaeftigung beobachtet zu werden.
 
 
See LeionMama, Papa, Kinderlein, alle schoen zusammen fein.
 
Danach ging es hinter einem Beobachtungsstand wieder ans Pinguin Beobachten (sie sind naemlich doch scheu, wenn ihnen gerade nichts fehlt). Das ist soooo trollig und witzig. Wenn sie sich unbeobachtet fuehlen lassen sie sich mit einer Welle ans Land spuelen, stehen unbeholfen auf, rupfen sich kurz, schuetteln sich und watscheln los. Ich glaube nur Schnecken und Schildkroeten sind wirklich langsamer ;) Aber sie machen ihren Weg. Geduldig wie sie sind legen sie nach Hause bis zu einem Kilometer zurueck. Auch vor steilen Anstiegen schrecken sie nicht zurueck – machen sie halt nur laengere Pausen zwischendurch. Es ist einfach zum Weghauen sie dabei zu beobachten. Wackel Wackel Wackel, Pause, Umgucken, Rupfen, Wackel Wackel Wackel…und so weiter und so fort…fetzt. Wenn sie kurz nach ihrer Landung am Strand zum Beispiel einen Menschen auf diesem erblicken wenden sie einfach um 180 Grad und verschwinden wieder in den Fluten des Meeres. Aus diesem Grund sollte man sich zu spaeter Stunde wenn die Pinguine zu ihrem Nest zurueckkehren wollen nicht am Strand aufhalten, da diese wie gesagt einfach umdrehen und ihre kleinen Kinder dann hungern muessen.

Kurz vor der Dunkelheit ging es wieder zurueck zum Auto. Eine Schrecksekunde gab es noch, als im Sand hinter einer Kurve sich ploetzlich ein Seeloewe vor mir aufbaute „Ey, du kommst hier net rein“ von sich gibt und mich zum Umkehren bewegt. „Jaja, ist ja gut Grosser, hast ja Recht, dein Weg…wie waers wenn ich hier ganz Aussen rum gehe…ok???“

 

See Lion close SEIN Weg! – hat er mir auch laustark zu verstehen gegeben!
See Lion SleepingNaja, schoen ist anders…aber interessant allemal ;)))

 


 

 



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