gruen…

…ja grün ist alles was ich sehe!!! Neuseeland wie man es kennt. Wie man es sich vorstellt. Wie es leibt und lebt. Samstag 12:30 haben wir (Hannah, Jana, Elisa und ich) Auckland mit dem Northliner in Richtung … mh, klar, Norden verlassen. Knapp 260 km durch wunderbare Hügellandschaft, niedliche Örtchen, die ersten vielversprechenden Strände und wie die Überschrift schon vermuten lässt durch wunderbar grüne Landschaft gefahren. Da ich leider ein wenig müde war mutete es noch viel mehr als ein Traum, wenn man öfters kurz einnickt, wieder erwacht und dann jedes Mal diese tolle Umgebung sieht. Kommt man schon schnell ins Schwärmen … merkt ihr, wa? Nach knapp 6 Stunden sind wir dann in Kerikeri angekommen und von Brian, unserem Lodge Besitzer, abgeholt wurden. „Hideaway Lodge“ ist ab jetzt mein neues Zuhause. Kostet die Hälfte unseres Dorms in Auckland, ist gemütlicher und wir sind zu siebent. Alles wahnsinnig interessante Menschen mit tollen und sehr interessantem Leben und Erlebnissen. Leider haben alle einen kleinen Makel: sie sind Deutsche! Hehe, nichts gegen Deutsche, natürlich nicht, aber dem Englischsprechen tut es nicht gerade sehr gut. Freuen uns immer wenn Pascal uns besuchen kommt, ein sehr lustiger abgedrehter Frenchman, für den wir dann meistens versuchen Englisch zu reden (nebenbei: französisches Englisch ist eines der witzigsten Sachen der Welt, glaubt mir). Natürlich gelingt dies nicht immer, da es schon ein wenig merkwürdig anmutet, wenn sich 7 Deutsche auf Englisch miteinander unterhalten. Aber ich denke diese Blockade wird sich auch bald lösen. Hoffentlich. Aber ich freue mich sehr, dass ich diese tollen Menschen getroffen habe.

Am nächsten Tag, Sonntag, ging es dann erst einmal nach Kerikeri zum Einkaufen. Per Anhalter, da wir hier ein bisschen außerhalb liegen (45min per Fuß). Und Stefan, schlau wie er ist, denkt sich so: Mh, kommen mir doch die beiden Mädels (Hanni und Janni;) recht gelegen. Lass sie die Autos anziehen, einsteigen und erst im letzten Moment komme ich hinter ihnen vorgelaufen und der Anhalter, ne, der Fahrer muss mich ja dann einfach mitnehmen. Hat auch super geklappt der Plan, nach knapp 10 Minuten Fußmarsch hielt eine nette Dame an und nahm uns Drei mit in die „Stadt“. Danke.

Kurz was zu den Preisen hier: Aiaiai, wo zur Hölle habe ich nur gelesen, dass die Lebensmittelpreise denen von Deutschland ähneln sollen. Hallo??? Seit wann kostet denn bei uns das billigste Toastbrot 2 Euro? Oder Scheibenkäse 2,50 Euro? Oder abgepackte Scheibenwurst 3 Euro? Oder die billigste Schokolade 2 Euro? Nenene, da stimmt doch was nicht. In Auckland hatten wir es noch auf den Stadtstatus geschoben: Mh, is halt Stadt, kostets halt mehr. Aber hier? Kerikeri ist vom Stadtstatus mindestens genauso weit entfernt wie das gute alte Gurkenthal. Schon sehr dreist teilweise. Das einzig billige hier, wurde mir erzählt, wäre wohl das Eis bei dem goldenen M was wohl umgerechnet 25 Cent kosten würde. Aber kann ich denn den ganzen Tag Eis essen? Mh, vielleicht … ;)

Leider hatten wir in unserer Kauflaune, man muss ja schließlich essen, ganz vergessen, dass wir ja her getrampt waren … Cola- und Wasserflaschen (weit über 2 Liter pro Flasche), Wurst, Käse (fast ein Kilo), Minutenterrinen ohne Ende (fast bezahlbar) und und und. Sah wohl recht lustig aus, wir mit den ganzen Tüten. Dachten sich dann sicherlich auch die ganzen grinsenden Autofahrer, die uns einfach mal nicht mitgenommen haben. Aber dann … haha … dann haben wir wohl die witzigste Fahrt ever mitgemacht. Ein Fahrer mit seinem Pickup hält an und fragt ob er uns mitnehmen kann. Ein kurzer Blick auf seine Platzreserven: Aber wir sind zu dritt!!! „Ach, kein Problem, kommt rein“. Es war aber einfach kein Platz. Hätte nicht einmal nur für unser Gepäck gereicht. Dazu kamen nun mal aber wir auch noch. Naja, den Einkauf hinten irgendwo auf seinen ganzen Krempel (hunderte Traumfänger, Stricker, Fäden, Gebaumel hingen von der Decke, schon ein wenig merkwürdig), ich so halb auf den Hintersitz gequetscht, die Mädels zu zweit auf dem einen Beifahrersitz … so ging es weiter. Und lieb wie die Kiwis nun einmal sind, hat er uns bis vor unsere Haustür gefahren. Echt toll wie nett die Neuseeländer bis jetzt rüberkommen. Das positive Vorurteil kann ich bis jetzt einfach nur zu 100% bestätigen. Macht Freude auf mehr.

Heute dann der erste Arbeitstag. Brian kümmert sich wunderbar um jeden hier. Er steht mit den ganzen Farmen im Umkreis in Verbindung, sie fragen bei ihm an ob er Arbeitskräfte hat und er vermittelt sie dann. Jeder von uns vieren hatte heute eine Arbeit. Die Eine Kiwipflanzen ausdünnen, die beiden anderen polierten ein privates Boot und ich „durfte“ auf eine Zuccini (?) Farm und diese ernten. Jeder unserer schon unten beschriebenen Gartenfreunde weiß, dass Zuccinis nicht gerade auf Bäumen wachsen. Wohl etwas bodennäher. Also war Bücken angesagt. Und Hinkutzen. Und Bücken. Den ganzen Tag. 8 Stunden lang. Es macht wahnsinnig viel Spaß an der tollen neuseeländischen Luft zu arbeiten. Aber die miesen Gurkenverschnitte sind echt hinterhältig. Sie stacheln nämlich. Nicht doll … nein nein. Immer nur ein kleiner Piks. Aber dafür hunderte. Oder gar mehr. Merkt man so eigentlich gar nicht. Erst wenn es regnet. Und das hat es natürlich auch. Nicht lange, aber ausreichend, um die Pikse zum Jucken zu bringen. Sags ja, hinterhältig. Also lässt man seine langen Klamotten an, um so wenig wie möglich Stiche zu kassieren (Skat reverse). Das aber wiederum harmoniert nicht gerade sehr gut wenn die Sonne dann mal hervorkommt. Dann nämlich, und das ist in Neuseeland wirklich sehr sehr krass zu fühlen, wird es mit einmal sehr warm. Lange Sachen vs. Warm -> Verlierer ist dann ein durchgeschwitzter Stefan. Naja, bin ja ein Mann ;) Mal schauen wie viel Geld das Rumärgern mit den Biestern mir heute eingebracht hat. Morgen ist dann ein neuer Tag. Vielleicht Zuccinis, vielleicht was anderes. Wer weiß? Ach ja, Brian weiß‘. Er würd es uns gleich mitteilen.

Diese Nachricht schreibe ich heute, Montag den 3.11.08, vor. Wann ich sie veröffentlichen kann steht noch nicht so richtig fest. Der Internet ausbau ist hier oben im Norden und auf dem Land nicht gerade fortschrittlich. Mal abwarten. Auch auf Bilder müsst ihr wahrscheinlich für eine kurze Zeit verzichten. Das geht hier gar nicht. Hoffe aber diesen Text hier in den nächsten Tagen irgendwo bei McDonals veröffentlichen zu können (wohl der einzige Internetzugang hier in der Stadt).

Ich hoffe euch geht es allen gut??? Ich freue mich über jede Nachricht die ihr mir schreibt…auch wenn ich sie nicht sofort lesen oder beantworten kann.

Macht es gut, bleibt gesund, haltet die Ohren steif,

Euer Kiwi-Stefan

 

Nachtrag: Heute sollte es unbedingt regnen, deshalb leider keine neue Arbeit. Regnen tut es nicht, neue Arbeit gibt es aber trotzdem nicht. Also ein Tag für mich und dann heute Abend den Brian wieder nerven gehen.

05.11.2008: endlich ein Internetcafe mit USB Anschluss fuer ein paar Bilder. Ist hier in der Gegend leider garnicht einfach zu finden. Habe meinen freien Tag gestern mit dem Besuch der Rainbow Falls versuesst. Echt spitze…Wenn man oben in 35m Hoehe steht und das Wasser direkt vor einem in die Tiefe stuerzt. Beeindruckt schon ein wenig. Bilder habe ich heute aber leider noch nicht dabei. Folgen aber…ein Blick in aeltere Posts kann sich also imemr lohnen.

Heute Morgen sind wir mit blauem Himmel ohne eine einzige Wolke aufgewacht. Die Freude war gross. Yeah…baden, Strand. Aber bereits nach einer halben Stunden war der Himmel komplett bedeckt mit Wolken. So geht das hier staendig hin und her. Kurze Hose und Regenjacke sollte man immer unbedingt dabei haben. Sind heute nach Paiha getrampt, locker 25km und 14 Dollar fuer einen Weg gespart. Echt witzig wie einfach sich das hier im Moment gestaltet. Unsere 5. Trampingfahrt. Kann man sich dran gewoehnen, an dieses Geldsparen. Hoffentlich klappt es auf dem Rueckweg auch wieder. Das Erparte beim Trampen benoetigt man aber auch sehr sehr dringend beim naechsten Einkauf. Die Preise sind auch hier auf dem Land nicht runter gegangen. Echt teuer alles im Moment. Auch der Alkohol ;) (vielleicht ganz gut an Tagen wie diesen, an welchen man aufgrund des Regens keine Arbeit findet und auch nicht viel unternehmen kann. Die Sehenswuerdigkeiten um Kerikeri sind abgegrast. Nur ein Schwefelbad steht noch offen…smells like new zealand spirit ;)

 


Ich als Zuccini-Ernte-Sklave (echt sehr sehr hart 7 Stunden gebueckt durch die
Gegend zu laufen. Aber am Ende gabs dann 70 Kiwi-Dollar auf die Hand,
macht vieles wett)


Kommt schon ziemlich nah an Strand heran (zumindestens dieser Ausschnitt).


Unser Pool, aber noch nicht benutzt. Kommt aber….keine Angst.

 


 

 

 



One response to “gruen…”

  1. Anonymous says:

    Hallo lieber Stefan,

    liebe Grüße aus Friedrichroda senden dir Annett und Willi.
    Deine Schilderungen sind echt toll. Es macht uns Spaß zu lesen, wie du deine Zeit in Neuseeland verbringst. Wie auf den Bildern ja zu erkennen ist, geht es dir sehr gut.
    Lasst es euch gut gehen.
    Wir sind schon auf die nächsten Berichte gespannt.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *