Bolivien – Huayna Potosi (6.088m)

Bolivien

 

Für dieses ach so kleine Land und doch viiiiel zu schön, hatten wir leider nur wenig Zeit eingeplant, da wir ab Dezember gegen die Zeit kämpften um so schnell wie möglich im südhalbkugelichen Sommer in Patagonien sein zu können. Und Patagonien war noch so unglaublich weeeeiiit entfernt und Peru hatte dann doch etwas länger gedauert als geplant. Aber was ist schon ein Plan ;)

Und so entschieden wir uns für Bolivien nicht so viel Zeit zu ‘verplempern’ und quasi nur drei wichtige Punkte anzusteuern. 

DEN Berg schlechthin in Bolivien, den Huayna Potosi, mit 6.088m somit auch mein erster 6.000er, der durfte natürlich nicht fehlen auf der Liste (was wäre auch @Letsplayontop ohne on top zu playen?). Nur hatten wir dieses mal schlechtes Timing erwischt. Man kann halt nicht immer Glück haben nachdem wir in der Cordillera Blanca schon das Glück mit Löffeln gefressen hatten. Im Dezember herrscht in Bolivien Regenzeit. Und Regenzeit in den Anden ist eher unschön, was wir am eigenen Leib miterleben durften.

 

Cerro Austria

Um uns ein wenig zu akklimatisieren, beginnen wir den Wettlauf mit geringem Sauerstoff mit dem Cerro Austria (5.300 m). Ein wunderschöner und einfacher Berg mit grandiosen Aussichten auf seine Conduriri Freunde und mit Flauschi-Alpacas und Vicuñas bestückt:)

 

Alle in Reih und Glied (eines der vielen Sprichwörter wo man sich an den Kopf fässt und fragt, wieso eigentlich Glied? ;) Wieder mal mit Knalleraussichten der Cordillera Condoriri beglückwünscht.

 

Huayna Potosi

Weiter ging es zum “richtigen” Berg, dem Huayna Potosi.

Statt gedachter 2 Tagen blieben wir am Ende 5 Tage und Nächte, da wir uns selbst den Luxus geben können die Schlechtwetterfront abzuwarten und abzuwarten und abzuwarten bis die Hoffnung auf ein gutes Zeitfenster zuletzt stirbt. Und so waren wir auch hier wieder vom Glück verfolgt. Nachdem wir tagelang bei Regen und Gewitter im Auto sassen und nur hofften, dass es sich noch aufklart, passierte es plötzlich unerwartet in einer Nacht.

Frohen Gemüts und voller Hoffnung und guter Laune im Gepäck ging es abends gegen 18 Uhr los zum Highcamp, wo wir uns nur sporadisch ein paar Stunden aufwärmen wollten um dann gegen 1 Uhr Nachts zum Gipfel zu marschieren. Gegen 2 Uhr nachts liefen wir dann mit müden Augen los. Kaum Wind. Kein Regen. Und sternenklarer Himmel. Super schöne Bedingungen. Und gar nicht mal so kalt. Bis wir auf dem Gletscher waren. Dennoch, man läuft und läuft, sieht nichts anderes in der schwarzdunklen und kalten Nacht ausser seine beiden Füsse den Eis langsam step by step hinaufmarschieren. Erleuchtet von seiner Stirnlampe und den Sternen, nichts weiter. Keine Geräusche, keine Tiere…nichts. Nur das Knistern des Eises unter den Steigeisen.

Ab einem gewissen Punkt am Berg sieht man irgendwann La Paz in der Ferne und dessen Schimmern der Lichtverschmutzung. Doch über uns nichts ausser der reine Sternenhimmel. Superschön. Doch zugleich auch superkalt.

Doch man weiss, bald, ja ganz bald wird die Sonne am Horizont zu sehen sein und alles wird sich mit den ersten Sonnenstrahlen ändern. Aus der dunklen bitterkalten Nacht wird ein wunderschöner hellerlichter Tag. Die Sonnenstrahlen werden einen erwärmen und alles vorhergehende wird wie immer vergessen sein:) So stark funktioniert unser Mind.

Am Ende zog sich der Gipfel leider doch mehr als wir dachten:) Wie immer eigentlich. Kaum zum Greifen nahe und dennoch Stunden entfernt. Und immer wieder fällt man auf die Fake-Gipfel hinein. Obwohl man es mittlerweile eigentlich besser wissen sollte.

Doch irgendwann, irgendwann, nach gefühlten tausend kleinsten Schneckenschritten ist man doch mit einmal oben. Sitz an der Kante und freut sich wie Bolle über das, was man selber gerade erklommen und erarbeitet hat. Um eben genau an diesem Punkt der Erde, da ganz oben sitzen zu können. DAS ist Wahnsinn. Und das ist Freiheit. Purste Freiheit. Für uns;)

 

Auf dem Weg zum Highcamp. 

Huayna PotosiLets play on top of the world.

Huayna Potosi

Unsere Bergfamilie, bei denen wir 5 Tage parken durften und quasi mit Leben durften. Da die gute Mamita die besten Quinoasuppen zubereitet, liessen wir es uns auch zum alljährlichen Weihnachtsfestschmaus nicht nehmen, diese zu haben. Was ein Gaumenschmaus!

 


 



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