Auf nach Australien – Melbourne erster Tag

Hallo liebe Leser. Als erstes einmal – der Kiwi-Stefan hat jetzt Urlaub. Knapp 7 Monaten Neuseeland, Straende, Waelder, Berge, Wandern ohne Ende und natuerlich auch harte Arbeit haben nun ihren Tribut gefordert – er braucht Erholung. Aber keine Angst, natuerlich wird diese Seite jetzt nicht vergessen und verstauben, sondern weiterhin mit laaangen Texten und hoffentlich tollen Bildern gefuettert. Als Urlaubsersatz oder Vertretung…wie auch immer…trete ich an seine Stelle. Und ich werde mein Bestes geben, dass das ausserordentlich hohe Niveau dieser Seite gehalten, wenn nicht sogar noch ein wenig verbessert werden kann (jaja, ich weiss, Kiwi-Stefan…ist eigentlich unmoeglich – aber versuchen kann man es ja zumindestens). Ich hoffe ihr werdet auch zu mir die Treue halten und mich ab und an mit einem kleinen Kommentaerchen eurerseits begluecken. Nun viel Spass mit meinem ersten Artikel,

euer Aussie-Stefan ;)

In aller Frueh bin ich nach einer fast schlaflosen Nacht hier in Melbourne gelandet. Normalerweise habe ich nicht so viele Probleme mit dem Uebernachten auf Flughaefen – bin es ja mittlerweile gewoehnt. Aber Christchurch war anders. Unbequem. Nachdem ich nach ewigem Suchen endlich eine perfekte Couch fuer die Nacht gefunden hatte und mich gerade bett- oder couchfertig machen wollte kam ein Flughafensecuritymaennlein an und meinte, dass dieser Bereich des Flughafens in 10 Minuten geschlossen wird. Sei aber kein Problem – ich koenne auch in der Ankunftshalle schlafen. Ok, dann eben dort. Problem nur, dass es in jener besagten Halle keine Couch gab. Und auch keine Bank. Ok, gab viele Baenke, aber alle hatten fuer jeden einzelnen Sitz eine Armlehne – macht sich schwierig zum Schlafen wenn man nicht gerade Schlangenmenscheneigenschaften besitzt. Eine Bank habe ich dann aber doch gefunden, musste sie nur zunaechst in langer Arbeit fuer mich allein gewinnen. Lange Rede, kurzer Sinn – wenig Schlaf und gegen 4 in der frueh hab ich dann entnervt eingecheckt. Die Vorfreude aufs Fruehstueck im Flugzeug stieg ins Unermessliche. Leider war dieses in meinem Supermegaspezialspezialangebot nicht mit im Preis inklusive. Pueh, koennt mich mal – esse ich eben nichts ;)
 
So bin ich dann nach knapp 4 Stunden total ermuedet und hungrig in Australiens zweitgroesster Stadt, Melbourne, gelandet. Melbourne war sogar am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts im Besitz des Hauptstadtstatus, musste diesen 1927 aber an Canberra abgeben. Viele bringen mit Australien immer nur Sydney in Verbindung (gae Claudi ;). Dann irgendwann die Aborigines, Ayers Rock, Great Barrier Reef, Surfen, tolle Straende, , Sonne, Backpacker, Didgeridoo, Bumerang, Hugh Jackmann, Nicole Kidman oder Kylie Minogue. Melbourne wird entweder gar nicht oder erst viel weiter hinten erwaehnt. Voellig zu unrecht. Ich nehme es gleich vorn weg, die Pointe quasi – ich liebe diese Stadt. Sie ist einfach wahnsinnig toll. Nicht umsonst drei mal zur lebenswertesten Stadt der Welt ernannt wurden. Und mit 3,6 Millionen Einwohnern auch nicht gerade klein. Vorallem wenn man von den ruhigen fast schon verschlafenen Staedtchen aus Neuseeland herueber kommt. Aber von vorne…
 
Nach der Landung ging es mit dem Bus in die Stadt. Dort eine Backpackersuebersicht besorgt und erst einmal ca. 38258820210 verschiedene Nummern angerufen um zu fragen, ob sie „Working for Accomodation“ im Programm haben. Heisst, ich wuerde gerne ein wenig fuer sie arbeiten und im Gegenzug dazu, quasi als Lohn, freie Unterkunft fuer die Nacht geniessen. Wurde mir im Voraus versichert, dass das ja soooo einfach waere und diese Person damit immer durchkommen waere. Pa, aeh aeeh, nix da. „Noe, haben wir nicht, sorry.“ „Sorry, ist gerade nicht im Angebot – kommen Sie bitte spaeter wieder.“ Am Ende bin ich dann doch zur aller ersten Nummer die ich an diesem Tag angerufen habe (wie so oft), weil die mir wenigstens eine kleine Eventualitaet in Aussicht gestellt haben. „Vielleicht ja, vielleicht nein. Komm einfach.“ Das Hostel ist toll, riesen gross, mitten in der Stadt und nach einer erneuten Anfrage beim Einteilungs-, Arbeits-, Verantwortungchef (wie auch immer) war auch klar, dass ich wenigstens an drei Abenden fuer 1 bis 1 ½ Stunden die Kueche reinigen darf und dafuer jeweils eine freie Uebernachtung bekommen. Ist doch was, Jungs. Passt. Grossstadtlike sind die Uebernachtungsgebuehren naemlich nicht gerade im Keller (da ist ja schon die Weltwirtschaft) und man spart ja wo man kann. Besonders, da ich fuer Australien nur ein Touristenvisum besitze, was laengerfristige Arbeit ausschliesst (naja, nicht wirklich ausschliest, man kann wohl auch damit arbeiten, wird dann aber mit knapp 50% versteuert. Also doch ausschliesst ;(
 
So blieb an diesem Tag eigentlich nur noch eines – Stadtbesichtigung. Zu mindestens die innere City. Und da hat es mich auch gleich schon von der ersten Sekunde begeistert. Grosse uebervolle hektische Strassen alla New York stehen mini kleinen gemuetlichen Gaesschen, an denen man gar nicht vorbei gehen kann ohne mal kurz in ihnen zu verweilen, gegenueber. Melbourne ist DIE Fashion-, Kunst-, Speisenhauptstadt von Australien. Dank ihrer vielen Nationalitaeten findet man hier einfach alles.
 
Ich bin als erstes einfach mal losgestiefelt. Ohne Karte. Ohne Plan. Einfach los und mal schauen wo man wann wieder rauskommt. „Federation Square“ war es dann letzt endlich. Ein ziemlich grosser zentraler Platz wo sich einfach jeder trifft. Umgeben von zahlreichen Cafés verweilt man hier gerne. Glueck, genau an meinem Ankunftstag hat hier eine Lichter- und Musikshow bekannter Kuenstler eroeffnet. Diese besteht aus zahlreichen Saeulen, in welchen hunderte kleine LEDs angebracht sind. Die Saeulen reagieren auf Annaeherung, Beruehrungen. Musik erklingt. Manchmal richtige Melodien. Manchmal nur Geraeusche. Toene. Schwer zu beschreiben, aber es zieht einen in seinen Bann. Minutenlang habe ich es mir angeschaut. Zugehoert. Die Saeulen beruehrt. Gestaunt. Dann habe ich minutenlang dagestanden und andere Menschen beobachtet wie sie gleiches tun. Wie es einfach jeder tut. Und geniesst. Das war toll.
 
 
SDC11671Und ab geht es – 4 Stunden Flug aber auf der Uhr sind es letzendlich nur zwei ;)?
SDC11683Melbourne von oben – hinten halbrechts oben ist die City zu “erkennen”. Erstreckt sich von Nord nach Sued ueber 70 Kilometer, Ost-West 50.
SDC11695Alt und Neu in schoener Eintracht und Abwechslung.
SDC11707_panoAuf diesem Platz koennte man einfach nur verweilen. Koennte? Man tut es!
SDC11720“Hang On”
SDC11723Gelangweilt war ich eigentlich ueberhaut nicht!
SDC11724Eigentlich nicht…nur mein Herz, das habe ich an diese Stadt verloren.
SDC11728Verrueckte Baukunst am “Federation Square”.
SDC11731_panoMelbournes’ Waterfront.
 
Am Abend habe ich dann gluecklicherweise eine voellig abgefahrene live Musik- und Videoshow lokaler DJs und Kuenstler gesehen. Zu teilweise voellig verrueckten, abstrusen, sinnversteckten Videos hat der DJ die unmoeglichsten und zugleich interessantesten Tonbegleitungen gescratcht. Anschliessend noch „Gossip Pop“, wobei zahrlreiche Hollywoodstars und –sternchen aufs Korn genommen wurden. In der Dunkelheit bin ich dann noch an der Uferpromenade entlang marschiert und habe die Schoenheiten der Nacht aufgenommen und genossen. Wahnsinnig toller erster Tag. Aber auch wahnsinnig toll anstrengend. Toter als ein Stein ging es dann endlich zu Bette. Denn auch ein Aussie, ein Kaenguru oder ein Koala braucht seinen Schoenheitsschlaf (besonders eben die Koalas ;).

Danke fuer meinen ersten Tag, danke fuers Lesen (falls es jemand bis hier unten geschafft hat ;)

Cheers,
euer Aussie-Stefan

 

SDC11753Die gleiche Stadt aber ein komplett anderes Gesicht.
SDC11764Jeder will sie beruehren…
SDC11766…und ihre Reaktionen sehen…
SDC11768Das war toll.
SDC11784Anders haette er nicht drauf gepasst ;)
SDC11795War das Rad so uebermaessig schnell oder die Kamera so schneckenhaft langsam???
SDC11818_pano2Die dunkle Seite der Wasseransicht.

 


 



3 responses to “Auf nach Australien – Melbourne erster Tag”

  1. Jenny says:

    Ich hoffe doch,dass du trotz deiner vielen Aktivitäten am ersten Tag irgendwo etwas zu Essen bekommen hast und nicht verhungert bist ?! :O)>
    lg Jenny

  2. Stefan says:

    hab ich in der tat…schokolade im aldi ;))) und danach mein erstes richtiges essen seit langem – und dann auch noch gleich all u can eat beim chinesen…mhhhh…nudeln und chicken guckn noch heute heraus ;)

  3. Stefan says:

    danke jenny, dass wenigstens du mir einen netten kommentar hinterlassen hast (andere haetten es vielleicht auch schon geschafft wenn sie nicht halb betrunken von der wasserkuppe heimgekommen waeren ;)))))

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